1. FC Köln – S04 : Wenn selbst acht fehlende Schalker nicht reichen

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Effzeh

Köln -Der 1. FC Köln trennt sich im vollbesetzen Müngersdorf  von FC Schalke 04 torlos – und zum ersten Mal hört man „Wagner raus“ nicht nur im Netz, sondern live von den Rängen. Zum ersten Mal seit Kessler Sportchef ist, verlassen Fans das Spiel vor dem Ende.

Ich habe in meinem Leben als FC-Fan schon einiges erlebt: Abstiege, Aufstiege, Relegationen, Trainer, die kamen und gingen. Aber an diesem Samstag habe ich mich nach 45 Minuten ernsthaft gefragt, ob man ein Heimspiel auch innerlich verlassen kann, während der Körper noch vor dem Bildschirm sitzt. Dabei fing es mit einer Personalie an, die mir Hoffnung machte: Mikey Moore statt Joel Schmied in der Startelf. Ein 19-Jähriger, der sich etwas traut. In Köln ist das derzeit fast schon eine taktische Revolution.

Erste Halbzeit: Glück, Abseits und viel Leerlauf

Die erste Szene des Spiels gehörte – natürlich – dem Gegner. Ballverlust am eigenen Strafraum, Tom Krauß klärt, trifft dabei Soufiane El-Faouzi, und der Ball trudelt knapp am Kölner Tor vorbei. Fünf Minuten gespielt, und mein Puls war schon über 120.Dann wurde der FC tatsächlich etwas mutiger. In der 16. Minute zappelte der Ball sogar im Netz, aber Isak Johannesson stand nach dem Zuspiel von Marius Bülter im Abseits. Kurz danach ein Distanzschuss von Johannesson, Loris Karius lässt abprallen, Said El Mala kommt zum Nachschuss – vorbei. Das war es dann auch schon mit den Höhepunkten, die man im Highlight-Video ohne Zeitlupe erkennt.

Überschattet wurde die erste Hälfte von einem bösen Zusammenprall: Robin Gosens und El-Faouzi knallten an der Mittellinie mit den Köpfen zusammen, beide bluteten stark, beide mussten nach minutenlanger Behandlung raus. Gute Besserung nach Gelsenkirchen – das geht über jede Rivalität hinaus. Und auch von den Kölner Rängen war das Mitleid spürbar.

Die Folge: acht Minuten Nachspielzeit. Und tatsächlich, in der sechsten davon die beste Kölner Szene der Halbzeit. Timo Becker verliert den Ball, Linton Maina hat links die halbe Rheinebene für sich, legt in den Strafraum auf El Mala – und der jagt den Ball direkt über das Tor. Ich hatte die Arme schon oben. Langsam habe ich sie wieder runtergenommen.

Zweite Halbzeit: Schalke dezimiert, Köln trotzdem ideenlos

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Schalke musste nach den beiden Kopfverletzungen auf insgesamt acht Stammspieler verzichten. Ein angeschlagener, dezimierter Gegner. Wenn nicht jetzt, wann dann? Antwort des FC: eher später. Oder gar nicht.

Die erste gute Chance nach der Pause hatten die Gäste. Junior Adamu köpft nach einer Flanke von links, Marvin Schwäbe taucht ab und pariert. Danach intensive Zweikämpfe, viel Hin- und Hergeschiebe, Verzweiflungspässe nach vorn, kein Spiel über außen, keine Kreativität im Mittelfeld. Wer bei einem Kölner Heimspiel Bingo mit den Vorwürfen der letzten Wochen gespielt hat, hatte nach einer Stunde die volle Karte. Und dann die 68. Minute. Ausgerechnet Mikey Moore, der in Halbzeit zwei zu den wenigen Aktivposten gehörte, muss runter. Für ihn kommt Luca Waldschmidt. Genau in diesem Moment kippte die Stimmung: erste Pfiffe, erste „Wagner raus“-Rufe. Nicht mehr nur im Netz, sondern im Rhein-Energie-Stadion, laut und deutlich.

Selbst Pierre Littbarski Ex Kölner Ikone konnte den Wechsel nicht nachvollziehen (…sagte er dem Kölner Express). Sinngemäß: Wenn man den vielleicht besten Mann vom Platz nimmt, der noch frisch wirkte und etwas bewegt hat, muss man den Finger in die Wunde legen dürfen. Vielleicht, so Litti, waren die Computerdaten nicht top. Aber der Junge hat gespielt. Wenn selbst Litti bei den Leistungsdaten ironisch wird, dann weiß man, wo wir stehen.

Die größte Kölner Chance kam in der 74. Minute: langer Ball von Johannesson hinter die Schalker Kette, Bülter fast frei, Karius kommt raus und pariert, der Ball fällt dem eingewechselten Waldschmidt vor die Füße – flacher Abschluss, ein Schalker Bein ist noch dazwischen. Auf der anderen Seite blockte Luka Lochoshvili einen Abschluss von Dina Ebimbe nach einem sauberen Schalker Spielzug.Danach wieder späte Wechsel, wieder kein Plan B, wieder nichts. Abpfiff. Gellendes Pfeifkonzert.

Mein Fazit

Ehrlich gesagt hätte ich nach 45 Minuten den Fernseher ausschalten können. „Not gegen Elend“ wäre noch geschmeichelt für das, was der 1. FC Köln auf dem Müngersdorfer Grün angeboten hat. Wieder keine erkennbare Spielidee. Wieder Angriffe, die vorgetragen werden wie eine Pflichtübung. Wieder späte, schwer nachvollziehbare Wechsel.

Ist die Erwartungshaltung der Nordkurve zu hoch? Ich meine nicht. Gegen einen Gegner, der acht Stammspieler ersetzen muss, darf man zu Hause wenigstens eine Idee erwarten. Aber gut – wir sind ja nur Fans, keine Experten am Spielfeldrand. Wir haben nur Augen.Von der Vereinsführung erwarte ich keine Kehrtwende. Kessler und der Vorstand werden sich nicht vom Trainer trennen, dafür muss man kein Insider sein. Man hat die Null gehalten, man hat auf dem Rasen alles gegeben, die Fans erwarten eben zu viel. Also heißt es: aushalten. Bis zum Beweis des Gegenteils.

Und so hoffe ich, ein bisschen bitter, ein bisschen pragmatisch, dass der FC am Dienstag im DFB-Pokal gegen Union Berlin rausfliegt. Ein Wettbewerb weniger, ein Fokus mehr: Klassenerhalt. Vielleicht reicht es dann mit diesem Trainer sogar bis zum Saisonende.

Und wenn nicht? Bis zum Abstieg sind noch reichlich Spiele zu spielen. Sollte es unter Wagner nicht reichen, gibt es da noch einen Mann, der weiß, wie man den FC vor dem letzten Schritt in die Zweitklassigkeit bewahrt. Sein Name fängt mit F an und hört mit unkel auf.

So who cares? Et hätt noch immer jot jejange. Ich freue mich auf Dienstag, wenn es wieder heißt: Come on Effzeh!

So standen die Teams auf dem Müngersdorfer Grün

1. FC Köln: Schwäbe – Sebulonsen, Simpson-Pusey, Lochoshvili (90. Schmied), Sosa – Maina (90. Thielmann), Krauß (80. Okon-Engstler), Johannesson, Moore (68. Waldschmidt) – Bülter, S. El Mala (80. Heskey)

FC Schalke 04: [Aufstellung folgt] – Wechsel: 43. Bachmann für El-Faouzi, 43. V. Becker für Gosens

Besonderheit: Malek El Mala, der ältere Bruder von Said El Mala, stand erstmals im Kölner Profikader.

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Jazzie ist mein Nickname als Jazzmusiker. COLOZINE Magazin ist mein Blog. Beruflich bin ich Inhaber einer Internetagentur in Köln und Ostfriesland. Hier fröne ich meinen Hobbys. Ich liebe Smooth Jazz und die USA Jazz Musik Szene. Als Jazz Fan sehe ich Harmonie, nicht nur in der Musik, als unser allerhöchstes Gut an. Jazz-, Pop-, Hardrock- und Bluesmusik hat die Welt verändert und ist für mich unverzichtbar. Grund genug, durch die Welt zu surfen und Ausschau nach guten Music Acts und Musikern zu halten. Ich bin Fan des 1. FC Köln. Weitere Faibles gelten dem Motorsport, Tennis und Motorrad fahren. Ich bin ein Honda Freak und lasse mir gerne den Wind um die Nase wehen. Inzwischen habe ich meinen Lebensort an die Nordsee in Ostfriesland verlagert, weil ich mein Herz an ein Denkmal von Anno 1746 verloren habe. Bei Fragen oder Fehlangaben auf den Colozine Köln News Seiten hier die Kontaktmöglichkeit Jazzie (Reinhold Packeisen) oder Mail an info@koeln-news.com :-) Tel.+49 170 90 08 08 74