Köln -Édouard Ferlet lädt zur Neuentdeckung von Keith Jarretts Köln Concert ein sein Neues Album „Köln Variations“ verbindet Improvisation mit künstlicher Intelligenz. Mit seinem neuen Album „Köln Variations“ lädt der französische Pianist Édouard Ferlet dazu ein, Keith Jarretts legendäres Kölner Konzert vom Januar 1975 neu zu entdecken.
Begleitet von seinem eigens entwickelten PIANOÏD-System erkundet er Jarretts improvisierte Passagen, extrahiert daraus Themen und entwickelt sie auf seine ganz eigene Weise weiter. So entsteht eine beispiellose Verbindung zwischen Improvisation und maschinellem Lernen – durch eine speziell für Improvisation entwickelte KI-Software, die in Zusammenarbeit mit Sony CSL entstand.
Video: Köln Variations
Album-Infos
– **Künstler:** Édouard Ferlet
– **Albumtitel:** Köln Variations
– **VÖ-Datum:** 06.11.2026
– **Label:** MÉLISSE
– **Vertrieb physisch:** Bandcamp
– **Vertrieb digital:** Believe
– **Formate:** CD, Vinyl & digital
Der Pianist über sein Projekt
„Als ich die Einladung des Festivals Printemps de Bourges annahm, eine Performance rund um Keith Jarretts Kölner Konzert zu gestalten, war mir zunächst nicht bewusst, welch eine Reise mich erwarten würde. Ich war vier Jahre und drei Tage alt, als Jarrett dieses legendäre Konzert in der Kölner Oper aufnahm.
Lange Zeit blieb diese Aufnahme für mich ein unerfülltes Versprechen: das Versprechen des jungen Jazzpianisten, von dem ich geträumt hatte. Fünfzig Jahre Musik und diese Einladung haben mich dazu gebracht, zurückzublicken – als würde ich mein gesamtes Musikerleben durch diese Improvisationen noch einmal durchleben. Ich sah die ganze Reise, die mich geprägt hat, vor meinen Augen ablaufen: von der Klassik zur Folkmusik, von Liedern zur zeitgenössischen Musik, von der Improvisation zum Minimalismus … Durch diese Auseinandersetzung mit dem Kölner Konzert durchlebte ich meinen eigenen Lebenszyklus.
Ich ging an das Projekt heran, indem ich meiner Intuition vertraute und mich mit Demut und Dankbarkeit ganz in Keith Jarretts Welt hineinversetzte. Eine intime und bewegende Reise, die mich meinen eigenen Weg und den Sinn meines Lebens als Künstler hinterfragen lässt.
Was wird in fünfzig Jahren von meiner Musik übrig sein?“
Édouard Ferlet entdeckte seine Leidenschaft für Musik schon früh, indem er auf dem Klavier seiner Familie improvisierte. Als Teenager begann er eine formale Ausbildung am Konservatorium, bevor er nach Boston zog, um am Berklee College of Music zu studieren, wo er 1992 sein Studium der Jazzkomposition abschloss. Er wurde außerdem mit dem Berklee Jazz Performance Award ausgezeichnet, der ihn als herausragenden Pianisten seines Jahrgangs würdigte.
Zurück in Frankreich entwickelte er eine vielseitige und facettenreiche Karriere, in der er audiovisuelle Kompositionen mit eigenen Projekten verband. Sein unverwechselbarer Stil, eine Mischung aus modernem Jazz und klassischen Einflüssen, begeisterte schnell Kritiker und Publikum. Mit über 200 aufgenommenen Werken und rund zwanzig Alben hat er eine musikalische Sprache entwickelt, in der Improvisation mit einer intensiven Klangforschung in Dialog tritt.
Als Gründungsmitglied des Viret Trios spielt er gemeinsam mit dem Kontrabassisten Jean-Philippe Viret und den Schlagzeugern Antoine Banville und später Fabrice Moreau. Diese Zusammenarbeit, die 2011 und 2020 mit zwei französischen Jazzpreisen (Victoires du Jazz) ausgezeichnet wurde, markierte einen Wendepunkt in seiner Karriere und bot ihm einen einzigartigen Raum für musikalische Experimente.
Angetrieben von dem Wunsch nach Innovation und künstlerischer Unabhängigkeit, gründete er MÉLISSE mit, ein Projekt, das seine kreative Arbeit in Konzerten, Alben, Performances und Bildungsprojekten unterstützt. Mit „Think Bach“ begann er, die Verbindungen zwischen klassischer Musik und Jazzimprovisation zu erforschen und das Werk Johann Sebastian Bachs mit Kühnheit und Finesse neu zu interpretieren.
Sein Album „Pianoïd“ aus dem Jahr 2021 führt diese Erkundung weiter, indem es ein per MIDI-Controller gesteuertes Pianola einsetzt und eine faszinierende Interaktion zwischen Mensch und Maschine schafft. In den letzten Jahren hat er das Projekt „Pianoïd“ kontinuierlich weiterentwickelt und die Grenzen zwischen Komposition, Improvisation und neuen Technologien stetig erweitert. Genau dieses innovative System war der Ausgangspunkt für das Projekt „Köln Variations“.





































































