1. FC Köln dreht das Spiel gegen Hoffenheim – und Jazzie darf doch noch jubeln

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3:2 1. FC Köln gegen Hoffenheim Live Foto @buedchenmicha.blueeskysocial
3:2 1. FC Köln gegen Hoffenheim Live Foto @buedchenmicha.blueeskysocial

Köln- 3:2 gegen Hoffenheim: Erst Fußball zum Weglaufen, dann ein Abend für die Nordkurve.Es gibt diese Spiele, bei denen man nach 45 Minuten SKY TV bereits gedanklich die Fernbedienung sucht, obwohl man im Stadion sitzt. Nach der ersten Halbzeit war ich jedenfalls fast fertig mit dem 1. FC Köln.

Nicht ein bisschen fertig. Richtig fertig.

0:1 gegen Hoffenheim, kopflos, fahrig, ungenaue Pässe, kaum Struktur. Der Ball schien für einige Kölner Spieler in der ersten Halbzeit ungefähr so berechenbar zu sein wie ein ostfriesischer Regenschauer im November. Und zum ersten Mal seit Kwasniok – beziehungsweise seit der neuen Zeitrechnung beim FC – stellte ich mir tatsächlich wieder ernsthaft die Trainerfrage. Nicht, weil Wagner nach 45 Minuten entlassen werden sollte. Um Himmels willen. Aber weil man sich irgendwann fragt: Was genau wurde da eigentlich vor dem Spiel besprochen?

Denn so viele schwache Pässe, so wenig Ordnung und so viel kopfloses Hinterherrennen habe ich bei den Geißböcken lange nicht mehr gesehen. Und Hoffenheim sagte danke.

Daghim trifft – und der FC sucht sich selbst

Dabei hatte der FC ordentlich begonnen. Said El Mala scheiterte früh, Tom Krauß ebenfalls. Doch mit zunehmender Spieldauer übernahmen die Hoffenheimer die Kontrolle. Die Kölner konnten den Ball in der 27. Minute nicht klären, was im Profifußball gelegentlich eine ungünstige Idee ist. Adam Daghim nahm die Einladung dankend an und traf aus rund 18 Metern zum 0:1. Danach wurde es ruhiger. Fast zu ruhig.

Der FC spielte, als habe man sich darauf geeinigt, Hoffenheim nicht weiter zu stören. El Mala hatte kurz vor der Pause zwar noch die große Chance zum Ausgleich, scheiterte aber an Oliver Baumann. Halbzeit. 0:1. Und ich war, wie gesagt, fast fertig mit dem FC.

Dann kam eine andere Mannschaft aus der Kabine

Was auch immer in der Halbzeitpause passiert ist: Es wäre schön, wenn man es konservieren könnte. Denn plötzlich spielte da eine Mannschaft, die wieder Fußball spielen wollte. Der FC war aggressiver, schneller und entschlossener. Und dann machte Said El Mala endlich das, worauf viele gewartet hatten. Bämm! Nach einem schönen Doppelpass entwischte er der Hoffenheimer Abwehr, zog nach innen und schoss ins lange Eck. 1:1. Jetzt war das Stadion wieder da. Jetzt war der FC wieder da. Und dann kam Marvin Schwäbe.

Schwäbe rettet – und rettet noch einmal

Plötzlich Elfmeter für Hoffenheim. Jahmai Simpson-Pusey hatte Bambasse Conté im Strafraum gefoult. Max Moerstedt trat an. Doch Marvin Schwäbe hatte offenbar beschlossen, dass an diesem Nachmittag nicht jeder Wunsch erfüllt werden musste. Elfmeter gehalten. Und kurz darauf rettete der FC-Kapitän gleich noch einmal brillant gegen Moerstedt. Spätestens jetzt konnte man ahnen: Vielleicht war dieser Nachmittag noch nicht vorbei.

Hoffenheim trifft wieder – Köln antwortet wieder

Aber natürlich wäre es kein FC-Spiel, wenn man den Nachmittag einfach einmal entspannt hätte zu Ende bringen können. Ozan Kabak köpfte Hoffenheim nach einem Standard erneut in Führung. 1:2. Wieder Rückstand.

Wieder diese Stimmung zwischen „Nicht schon wieder“ und „Warum tue ich mir das eigentlich an?“.

Doch diesmal antwortete der FC sofort. Linton Maina wurde über den linken Flügel geschickt und spielte flach in die Mitte. Dort wartete Thijs Dallinga. Neuzugang. Erstes Heimspiel. Bämm! 2:2.

Und jetzt begann dieser merkwürdige Moment, in dem man als FC-Fan plötzlich wieder an alles glaubt.

Selbst daran, dass der FC ein Spiel drehen kann.

Der doppelte Dallinga

In der 82. Minute war es dann endgültig passiert.  Eine starke Kombination über Alessio Castro-Montes, Jan Thielmann und Isak Johannesson landete zunächst bei Tom Krauß, der an Baumann scheiterte. Hoffenheim bekam den Ball nicht weg.Und dann stand da wieder Thijs Dallinga.Der Ball sprang ihm vor die Füße.Dallinga schoss. Bämm! 3:2.Und das Stadion explodierte. Zwei Chancen. Zwei Tore.

Manchmal ist Fußball tatsächlich sehr einfach.

„Ich habe zwei Chancen bekommen und war heute glücklicherweise gut drauf, sodass ich sie beide genutzt habe. Als Stürmer willst du natürlich genauso starten“, sagte Dallinga nach seinem Doppelpack.

Das kann man so stehen lassen.

Mein „Man of the Match“? Drei Männer.

Natürlich war Thijs Dallinga mit seinem Doppelpack der große Matchwinner.

Aber für mich gibt es heute drei Männer, die dieses Spiel besonders geprägt haben:

Thijs Dallinga. Gideon. Linton Maina.

Dallinga, weil ein Stürmer dafür bezahlt wird, Tore zu machen – und weil er heute offenbar beschlossen hatte, seine Rechnung direkt beim ersten Heimspiel einzureichen. Linton Maina, weil seine Geschwindigkeit und seine Aktionen dem Spiel plötzlich eine völlig andere Dynamik gaben. Und Gideon, weil der FC in dieser Phase genau diese Energie brauchte.

Dazu natürlich Marvin Schwäbe. Der Kapitän hielt den Elfmeter und rettete anschließend noch einmal gegen Moerstedt. Schwäbe selbst sagte nach dem Spiel:

„Thijs war heute unser Matchwinner. Er kam rein und hat das Spiel für uns mit zwei Toren gedreht. Er hat große Qualitäten im Sechzehner, die hat er heute unter Beweis gestellt. Das darf gerne weiter so gehen.“

Und natürlich darf das gerne weiter so gehen. Sehr gerne sogar.

Aber jetzt kommt die Bedenklichkeit

Und hier beginnt der Teil, an dem man nach einem 3:2-Sieg nicht nur jubeln sollte. Denn ein Fußballspiel dauert bekanntlich 90 Minuten. Nicht 45. Und die erste Halbzeit war aus Kölner Sicht schlicht zu wenig. Zu viele Fehlpässe. Zu wenig Ordnung.Zu wenig Spielkontrolle.Zu viele Spieler, die in dieser Form möglicherweise kurzfristig einmal die Bank aus der Nähe kennenlernen sollten.Das ist keine Forderung nach dem großen Umbau und schon gar nicht nach der Trainerdiskussion nach einem Sieg. Aber Wagner wird sich die erste Halbzeit sehr genau ansehen müssen.Denn gegen jeden Gegner wird eine zweite Halbzeit wie diese nicht reichen, um die Fehler der ersten 45 Minuten wieder einzusammeln.

Der FC hat heute Charakter gezeigt.

Das ist wichtig.

Der FC hat zweimal einen Rückstand aufgeholt.

Das ist stark.

Der FC hat das Spiel am Ende sogar gedreht.

Das ist wunderbar.

Aber die Frage bleibt: Warum musste der FC erst 0:1 und später sogar 1:2 zurückliegen, bevor die Mannschaft zeigte, was eigentlich in ihr steckt?

Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis dieses Spiels. Der FC kann kämpfen. Der FC kann zurückkommen. Der FC kann Tore schießen. Und der FC hat offensichtlich einen Stürmer, der im Strafraum weiß, wo das Tor steht. Aber der FC sollte sich möglichst schnell angewöhnen, nicht jedes Spiel erst einmal wegzuwerfen, bevor er es anschließend heroisch zurückholt.

Heute wird trotzdem gefeiert

Aber gut. Heute ist Montagmorgen, die Tabelle zeigt drei Punkte und irgendwo in Köln wird vermutlich immer noch über Dallinga gesprochen.  Und das zu Recht. Der 1. FC Köln hat sein erstes Heimspiel gewonnen. 3:2 gegen Hoffenheim. Nach zweimaligem Rückstand. Mit einem Elfmeterhelden Marvin Schwäbe. Mit einem starken Said El Mala. Mit einem schnellen Linton Maina. Und mit einem Thijs Dallinga, der beim ersten Heimspiel gleich zweimal traf. Man kann vieles kritisch sehen. Die erste Halbzeit zum Beispiel. Und über einige Personalien wird Wagner sicherlich noch einmal gründlich nachdenken müssen. Aber am Ende gilt dann doch diese alte Fußballweisheit:

Drei Punkte sind drei Punkte.

Und wenn der FC sie nach einem 0:1 und einem 1:2 Rückstand holt, darf man als Fan auch einfach einmal jubeln. Die Bedenklichkeit verschieben wir dann auf Dienstag. Oder spätestens auf das nächste Spiel. Denn wir sind schließlich FC-Fans.

Und irgendwas gibt es immer zu bedenken. Und so freue ich mich wenn es gegen den VFB Stuttgart wieder heißt: Come on Effzeh!


Die Stimmen zum Spiel

Thijs Dallinga:
„Ich habe zwei Chancen bekommen und war heute glücklicherweise gut drauf, sodass ich sie beide genutzt habe. Als Stürmer willst du natürlich genauso starten.“

Marvin Schwäbe:
„Thijs war heute unser Matchwinner. Er kam rein und hat das Spiel für uns mit zwei Toren gedreht. Er hat große Qualitäten im Sechzehner, die hat er heute unter Beweis gestellt. Das darf gerne weiter so gehen. Wir haben in der Vorbereitung gut gearbeitet. Trotzdem weiß man vor dem Auftakt nicht so wirklich, wo man steht. Heute hat uns gezeigt, dass wir auf jeden Fall mithalten können. Der Sieg heute ist sehr viel wert.“


So standen die Teams auf dem Müngersdorfer Grün

1. FC Köln:
Schwäbe – Castro-Montes (90. Schmied), Simpson-Pusey, Lochoshvili, Mensah – Krauß (90. Bülter), Johannesson, Okon-Engstler (65. Skhiri) – Thielmann, Ache (65. Dallinga), El Mala (65. Maina)

TSG Hoffenheim:
Baumann – Coufal, Kabak, Hajdari, Bernardo – Avdullahu, Burger, Wimmer – Daghim, Conté

Tore:
0:1 Daghim (27.)
1:1 El Mala (51.)
1:2 Kabak (67.)
2:2 Dallinga (72.)
3:2 Dallinga (82.)

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Jazzie ist mein Nickname als Jazzmusiker. COLOZINE Magazin ist mein Blog. Beruflich bin ich Inhaber einer Internetagentur in Köln und Ostfriesland. Hier fröne ich meinen Hobbys. Ich liebe Smooth Jazz und die USA Jazz Musik Szene. Als Jazz Fan sehe ich Harmonie, nicht nur in der Musik, als unser allerhöchstes Gut an. Jazz-, Pop-, Hardrock- und Bluesmusik hat die Welt verändert und ist für mich unverzichtbar. Grund genug, durch die Welt zu surfen und Ausschau nach guten Music Acts und Musikern zu halten. Ich bin Fan des 1. FC Köln. Weitere Faibles gelten dem Motorsport, Tennis und Motorrad fahren. Ich bin ein Honda Freak und lasse mir gerne den Wind um die Nase wehen. Inzwischen habe ich meinen Lebensort an die Nordsee in Ostfriesland verlagert, weil ich mein Herz an ein Denkmal von Anno 1746 verloren habe. Bei Fragen oder Fehlangaben auf den Colozine Köln News Seiten hier die Kontaktmöglichkeit Jazzie (Reinhold Packeisen) oder Mail an info@koeln-news.com :-) Tel.+49 170 90 08 08 74