Schade, schade, schade – der 1. FC Köln lässt in Frankfurt einen Punkt liegen

65
@buedchen_micha war mit 6000 FC Fans in Frankfurt dabei. Top Stimmung in der Kurve auf dem Rasen dagegen war keine Luft im Ballon
@buedchen_micha war mit 6000 FC Fans in Frankfurt dabei. Top Stimmung in der Kurve auf dem Rasen dagegen war keine Luft im Ballon

Köln -Ausverkauftes Haus, 6.000 Kölner im Gästeblock, Gänsehaut-Stimmung – und auf dem Rasen ein 1. FC Köln, der sich nach einer ordentlichen ersten Hälfte selbst um den Lohn bringt. 0:1 in Frankfurt. Vermeidbar. Ärgerlich.Sofa, Schal, Fernseher und was da am Freitagabend bei SKY auf dem Frankfurter Rasen stattfand, tat weh. Nicht, weil der FC chancenlos war, sondern weil er es nicht sein musste.

Die Kurve war da – die Mannschaft nur zur Hälfte

Das Stadion in Frankfurt war mit 59.600 Zuschauern ausverkauft, rund 6.000 FC-Fans hatten sich auf den Weg gemacht und sorgten für eine Megastimmung. Man hörte sie bis ins heimische Wohnzimmer. Nur unten auf dem Rasen kam davon leider nichts an.

Dabei begann es gar nicht schlecht. Marius Bülter hatte gleich in der ersten Minute die erste Chance, später noch einmal nach einem Freistoß, und Said El Mala lief in der Nachspielzeit der ersten Hälfte einen Konter. Eine Pausenführung wäre drin gewesen. Auf der anderen Seite tauchte Farès Chaïbi frei vor Marvin Schwäbe auf, aber insgesamt: 0:0, ausgeglichen, alles offen.

Souveränität sieht anders aus

Souveränität ist, wenn man den Ball und ein Spiel beherrscht. Souverän wirkte dieses Team trotz des Derbysiegs gegen Gladbach zu keinem Zeitpunkt. Die Brust war nicht gestreckt, der Kopf nicht erhoben. In den ersten 15 Minuten lag der Abstand zum Gegner beim Pressing gefühlt bei über zwei Metern – der FC kam schlicht nicht in die Zweikämpfe. Erst danach ergaben sich Chancen.

Ein Spielplan? War wieder nicht zu erkennen. Vieles im Kölner Angriffsspiel sah nach „Trial and Error“ aus – und das reicht in der Bundesliga am Ende eben nicht.

Zwanzig Minuten Frankfurter Druck – und dann das Gegentor

Nach der Pause drückte die Eintracht zwanzig Minuten lang mächtig, und der 1. FC Köln fand kaum noch Entlastung. Ebnoutalib, Brassier und Chaïbi per Kopf hatten gute Möglichkeiten. Die SGE stand mit guter Raumaufteilung und starkem Zweikampfverhalten und zerstörte fast jeden Kölner Angriffsversuch in der zweiten Hälfte. Man hatte den Eindruck, dass bei einigen Kölnern die Kondition zur Neige ging.

In der 77. Minute dann das, was sich angekündigt hatte: Einwurf rechts, Kurzpassspiel in den Strafraum, der eingewechselte Noël Aséko steckt durch, Younes Ebnoutalib schiebt flach ins kurze Eck. 1:0 für Frankfurt. Und dieses Tor war vermeidbar – weil in der Abwehrarbeit nicht konsequent genug verteidigt wurde.

Rückpass statt Strafraum

Was Jazzie auf dem Sofa fast verzweifeln ließ: Wenn ein Angriff endlich einmal läuft, stoppt das Mittelfeld urplötzlich, das Tempo wird herausgenommen, und der Ball landet – wieder einmal – bei Schwäbe. Tempovorstöße einzelner Spieler werden oft 30 Meter vor dem Tor abgebrochen. Eine echte Strafraumbesetzung mit mehreren Kölnern findet nicht statt. Ballbesitz scheint das Ziel zu sein, ein Angriffsbestreben wird daraus aber nicht.

Auffällig dabei die vielen Ballverluste von Marius Bülter, dazu unglückliche Pässe und Abschlüsse. Said El Mala war so gut wie abgemeldet oder traf in den entscheidenden Situationen die falschen Entscheidungen. Vielleicht liegt das am Alter – vielleicht aber auch daran, was der Trainer von ihm erwartet.

Und die Wechsel? Kamen viel zu spät, um das Spiel noch einmal zu drehen. Als in der 68. Minute dreifach gewechselt wurde und in der 84. noch zweimal, war der Zug schon fast abgefahren.

Was die Verantwortlichen sagen

Trainer René Wagner sah es ähnlich: Man habe es verpasst, die eigenen Situationen besser auszuspielen, und man müsse Phasen des tiefen Verteidigens durchbrechen – sonst habe der Gegner zu viel Qualität. Die Vorlage von Aséko sei zwar außergewöhnlich gewesen, trotzdem hätte man energischer gegen den Ball arbeiten müssen. Sport-Geschäftsführer 1. FC Köln Thomas Kessler fand die Abwehr dagegen bis auf diese eine Situation „sehr scharf“. Nun ja – eine Situation reicht eben manchmal.

Zwei Gesichter einer Saison

Der 1. FC Köln hat in dieser Saison schon zweimal gezeigt, wie es geht: gegen Hoffenheim und gegen Mönchengladbach. Aber er hat auch schon dreimal das Gegenteil gezeigt und einem Gegner erlaubt, Kraft zu tanken – gegen Bremen, in Hamburg und jetzt in Frankfurt.

Was fehlt, ist Souveränität im Ballbesitz und der gemeinsame Weg in Richtung gegnerischer Strafraum. Ein Unentschieden wäre drin gewesen. Es wurde in der zweiten Halbzeit verplempert. Ich frage mich immer wieder, wie schafft es ein Trainer in Elversberg, ein no Name Team über 90 Minuten auf Angriff zu polen und Augsburg zu besiegen, die in der Woche zuvor Bayern ein Unentschieden abgerungen haben und warum in Köln so etwas gar nicht erst zustande kommt? Oder warum Marvin als Kapitän meint, man könne die 40 Punkte auch über gewonnene Heimspiel erreichen??? Was ist da los am Geißbockheim?

Schade. Schade, schade, das nichts anderes geschah bisher und doch freue ich mich, wenn es wieder heißt: Come on Effzeh!

So standen die Teams auf dem Rasen bei der SGE 

Eintracht Frankfurt: Atubolu – Collins (71. Knauff), Koch, Brassier, Kosugi – Onyedika, Götze (71. Aséko), Dōan, Chaïbi – Burkardt (82. Baum), Ebnoutalib
Trainer: Adi Hütter

1. FC Köln: Schwäbe – Schmied (68. Castro-Montes), Simpson-Pusey, Lochoshvili – Sebulonsen (84. Waldschmidt), Krauß, Sosa – Jóhannesson (68. Okon-Engstler), Maina (68. Moore) – Bülter, El Mala (84. Heskey)
Trainer: René Wagner

Tor: 1:0 Ebnoutalib (77., Vorlage Aséko)

Vorheriger Artikel1. FC Köln – Derbysieger! Und ich weiß ehrlich gesagt nicht genau, warum.
Jazzie ist mein Nickname als Jazzmusiker. COLOZINE Magazin ist mein Blog. Beruflich bin ich Inhaber einer Internetagentur in Köln und Ostfriesland. Hier fröne ich meinen Hobbys. Ich liebe Smooth Jazz und die USA Jazz Musik Szene. Als Jazz Fan sehe ich Harmonie, nicht nur in der Musik, als unser allerhöchstes Gut an. Jazz-, Pop-, Hardrock- und Bluesmusik hat die Welt verändert und ist für mich unverzichtbar. Grund genug, durch die Welt zu surfen und Ausschau nach guten Music Acts und Musikern zu halten. Ich bin Fan des 1. FC Köln. Weitere Faibles gelten dem Motorsport, Tennis und Motorrad fahren. Ich bin ein Honda Freak und lasse mir gerne den Wind um die Nase wehen. Inzwischen habe ich meinen Lebensort an die Nordsee in Ostfriesland verlagert, weil ich mein Herz an ein Denkmal von Anno 1746 verloren habe. Bei Fragen oder Fehlangaben auf den Colozine Köln News Seiten hier die Kontaktmöglichkeit Jazzie (Reinhold Packeisen) oder Mail an info@koeln-news.com :-) Tel.+49 170 90 08 08 74