
Köln- Was für ein Rennen an der Nordseeküste: Kelvin van der Linde hat beim vierten Lauf der DTM-Saison im niederländischen Zandvoort seinen ersten Sieg für BMW gefeiert – und das nach einer echten Achterbahnfahrt voller Strategie, Zweikämpfe und Nervenstärke.
Der Südafrikaner vom Team Schubert Motorsport dominierte zunächst das Rennen von der Pole Position aus. Doch als die Reifen in der zweiten Rennhälfte abbauten, schien der Sieg bereits außer Reichweite. Ferrari-Pilot Thierry Vermeulen nutzte die Situation und ging zwischenzeitlich vorbei. Die Antwort von van der Linde folgte jedoch prompt: Mit einem frühen zweiten Boxenstopp setzte BMW alles auf eine aggressive Strategie – mit Erfolg.
Mit perfekt angewärmten Reifen kämpfte sich van der Linde zurück an die Spitze und ließ sich den Sieg danach nicht mehr nehmen. Für den 29-Jährigen war es nicht nur der erste BMW-Erfolg in der DTM, sondern bereits der neunte Sieg seiner Karriere.
„Das Rennen war eine emotionale Achterbahnfahrt. Genau dafür liebe ich die DTM“, sagte van der Linde nach dem Rennen.
Erstes DTM-Podium für Ben Dörr
Für eine der schönsten Geschichten des Wochenendes sorgte Ben Dörr. Der junge McLaren-Pilot fuhr für Dörr Motorsport sensationell auf Platz zwei und bescherte seinem Team damit das erste DTM-Podium überhaupt.
Dabei sah es zwischenzeitlich alles andere als gut aus: Beim ersten Boxenstopp klemmte ein Rad, Dörr fiel zurück und glaubte selbst nicht mehr an ein Spitzenergebnis. Doch mit mutigen Überholmanövern kämpfte er sich Runde für Runde nach vorne.
„Ich bin unfassbar stolz. Nach dem Problem beim Boxenstopp hatte ich die Hoffnung eigentlich schon verloren“, erklärte Dörr nach dem Rennen.
Starke Aufholjagd von Marco Wittmann
Auch BMW-Teamkollege Marco Wittmann zeigte ein beeindruckendes Rennen. Von Startplatz 13 arbeitete sich der zweimalige DTM-Champion mit cleverem Reifenmanagement und später Boxenstoppstrategie bis auf Rang drei nach vorne.
Vor allem nach der Safety-Car-Phase drehte Wittmann auf und lieferte sich intensive Zweikämpfe auf dem anspruchsvollen Formel-1-Kurs in Zandvoort.
39.500 Fans erleben packende DTM-Show
Die Fans bekamen auf dem traditionsreichen Dünenkurs alles geboten, was die DTM ausmacht: unterschiedliche Strategien, spektakuläre Überholmanöver und Spannung bis in die letzten Runden. Insgesamt 39.500 Zuschauer verfolgten das Rennwochenende in Zandvoort.
Hinter dem Spitzentrio landete Maro Engel im Mercedes-AMG auf Platz vier und übernahm damit wieder die Führung in der Gesamtwertung. Thierry Vermeulen wurde vor heimischem Publikum Fünfter.
Ergebnis – DTM Rennen 4 in Zandvoort
- Kelvin van der Linde (BMW / Schubert Motorsport)
- Ben Dörr (McLaren / Dörr Motorsport)
- Marco Wittmann (BMW / Schubert Motorsport)
- Maro Engel (Mercedes-AMG Team Ravenol)
- Thierry Vermeulen (Ferrari / Emil Frey Racing)
Mit dem turbulenten Rennen in Zandvoort hat die DTM einmal mehr gezeigt, warum sie zu den spannendsten GT-Serien Europas gehört. Und für BMW dürfte dieser erste Sieg von Kelvin van der Linde ein ganz wichtiger Befreiungsschlag gewesen sein




































































