1. FC Köln – Wenn Überlegenheit nichts zählt, oder Effizienz schlägt Haltung

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1. FC Köln gegen Bayer 04 in Müngersdorf Foto Stadionkind @buedchen_michablueskysocial
1. FC Köln gegen Bayer 04 in Müngersdorf Foto Stadionkind @buedchen_michablueskysocial

Köln – Es gibt Niederlagen, die tun weh. Und es gibt Niederlagen, die machen wütend. Das 1:2 des 1. FC Köln gegen Bayer 04 Leverkusen gehört in die zweite Kategorie. Der Samstagnachmittag in Müngersdorf hatte alles, was ein gutes Kölner Bundesligaspiel braucht um das mit 50.000 Zuschauern voll besetzte Stadion zu erfreuen – nur nicht das Ergebnis, das zu seinem Verlauf passt.

Sechs Chancen, null Tore – und ein Gesicht des Spiels

Wenn man einen Moment, einen Spieler, ein Symbol für dieses Spiel sucht, landet man zwangsläufig bei Said El Mala. Ein hoch veranlagter Offensivspieler, keine Frage. Schnell, mutig, immer anspielbar. Aber an diesem Tag wirkte er wie jemand, dem das Spiel einen Tick zu groß wurde. Sechs Abschlüsse. Sechs echte Chancen. Und keine davon im Tor.

Das war keine Pechsträhne mehr, das war Überforderung im entscheidenden Moment. Der Pfostentreffer war nur der sichtbarste Ausdruck davon. Es sind genau diese Spiele, in denen aus Talent Verlässlichkeit werden muss – und in denen man merkt, wie weit der Weg dahin noch ist.

Ein Pfiff, der bleibt

Und dann ist da diese Szene, die alles überschattet. Der Elfmeter zum 0:1 für Leverkusen. Eine Entscheidung, die schon im Stadion für Kopfschütteln sorgte – und danach endgültig zum Streitfall wurde. Denn selbst der Schiedsrichter räumte später ein: Er würde ihn, mit den Bildern von heute, nicht mehr geben. Das ist mehr als nur ärgerlich. Das kratzt am Gerechtigkeitsempfinden dieses Spiels. In einer Liga, in der es um Millionen geht, fühlt sich so etwas schnell nach Wettbewerbsverzerrung an – auch wenn es offiziell natürlich keine ist. Aber für den Spielverlauf war es entscheidend. Köln lief plötzlich hinterher. Mal wieder.

Lautloses Müngersdorf

Fast noch irritierender als der Rückstand war die Atmosphäre. Ich traute irgendwie meinen Ohren nicht. Müngersdorf, sonst ein emotionaler Anker, war lange erstaunlich still. Bis zum Anschlusstreffer war über weite Strecken vor allem eines zu hören: die Schmäh Gesänge der Leverkusener Fans. Ein Derby, in dem die eigenen Anhänger erst spät aufwachen – auch das passt zu einem Nachmittag, der sich nie ganz richtig anfühlte.  Und natürlich wird man im Nachgang auch auf die Aufstellung schauen müssen. Warum sitzt Luca Waldschmidt zunächst draußen, obwohl genau seine Abschlussqualität gebraucht worden wäre? Warum bekommt Marius Bülter so viel Zeit, obwohl er sichtbar unter seinen Möglichkeiten bleibt? Das sind keine einfachen Fragen. Aber es sind berechtigte.

Der Unterschied hat einen Namen

Auf der anderen Seite reicht Patrik Schick eine Chance. Vielleicht zwei. Und das Spiel ist entschieden. Das ist der Unterschied zwischen einer Mannschaft, die um etwas kämpft – und einer, die es sich leisten kann, geduldig zu sein.

Ein Spiel, das hängen bleibt

Ich habe heut echt überlegt ob ich auf einige Szenen, oder die Aufstellung näher eingehen soll, aber der Frust der sich bei der Schilderung der verpatzten Möglichkeiten ergab, hat es mich bleiben lassen. Das tut echt weh. Der 1. FC Köln war nicht schlechter. Im Gegenteil. Über weite Strecken war er die bessere Mannschaft. Aber Fußball belohnt keine Tendenzen, sondern Konsequenz. Und genau daran fehlte es. Dieses Nachbarschaftsduell wird nicht als großer Leverkusener Auftritt in Erinnerung bleiben. Sondern als eines dieser Spiele, bei denen man sich beim FC fragt, wie viele solcher Nachmittage man sich noch leisten kann. Denn am Ende bleibt ein Satz, der schwerer wiegt als jede Statistik:

Der FC hatte dieses Spiel in der Hand – und hat es trotzdem verloren.

Wenn man sich die Aufstellungen anschaut, wird das Problem dieses Spiels noch klarer:
Der 1. FC Köln hatte Tempo, Bewegung und Mut auf dem Platz – aber keinen echten Vollstrecker in der Startelf.Mit Bülter und El Mala begann man offensiv variabel, aber ohne die nötige Konsequenz vor dem Tor. Dass ein Spieler wie Waldschmidt zunächst draußen blieb, wirkt im Nachhinein wie eine verpasste Chance. Und wer stand eigentlich Linton Maina auf dem Fuß? Das habe ich irgendwie verpasst. Auf der anderen Seite reichte Bayer 04 Leverkusen eine klare Struktur – und ein Stürmer wie Patrik Schick, der genau das macht, was Köln gefehlt hat: Chancen nutzen, wenn sie da sind.

Doch die Nordkurve blickt  zuversichtlich in die Zukunft, denn eines wird diese Mannschaft nicht – absteigen. Ich freue mich auf den nächsten Spieltag, wenn es wieder heißt:Come on Effzeh!

Die Stimmen zum Rasen Event in Müngersdorf

Marvin Schwäbe: „Das hat uns heute mindestens einen Punkt gekostet.“

Said El Mala: „Manchmal gibt es einfach Spiele, in denen der Ball nicht ins Tor gehen will.“

Marc Beyer Bluesky:“So häufig wie Schiedsrichter im Nachgang ihre Fehlentscheidungen einräumen… vielleicht sollte man irgendwann endlich Profis beschäftigen.In der freien Wirtschaft werden die Leute gefeuert und in extrem Fällen Schadensersatzpflichtig… hier pfeift der nächste Woche wieder“

Nike Bluesky: Eher würde ich Waldschmitze oder Thielmann auf die 9 stellen, als Marius Bülter. 🫠

Büdchen Micha Bluesky: „Ohne Worte. Man denkt ja immer, dass deutsche Schiris nicht schlechter werden können. Irrtum. Wie heute mal wieder in Köln Müngersdorf gesehen.“

So standen die Teams auf dem Müngersdorfer Grün

1. FC Köln: Schwäbe – Sebulonsen, Simpson-Pusey, Özkacar, Castro-Montes – Johannesson, Martel – Thielmann, Kaminski – Bülter, El Mala
Bayer04 Leverkusen:Blaswich – Frimpong, Tah, Hincapié, Grimaldo – Palacios, Xhaka – Tella, Wirtz, Hofmann – Schick
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Jazzie ist mein Nickname als Jazzmusiker. COLOZINE Magazin ist mein Blog. Beruflich bin ich Inhaber einer Internetagentur in Köln und Ostfriesland. Hier fröne ich meinen Hobbys. Ich liebe Smooth Jazz und die USA Jazz Musik Szene. Als Jazz Fan sehe ich Harmonie, nicht nur in der Musik, als unser allerhöchstes Gut an. Jazz-, Pop-, Hardrock- und Bluesmusik hat die Welt verändert und ist für mich unverzichtbar. Grund genug, durch die Welt zu surfen und Ausschau nach guten Music Acts und Musikern zu halten. Ich bin Fan des 1. FC Köln. Weitere Faibles gelten dem Motorsport, Tennis und Motorrad fahren. Ich bin ein Honda Freak und lasse mir gerne den Wind um die Nase wehen. Inzwischen habe ich meinen Lebensort an die Nordsee in Ostfriesland verlagert, weil ich mein Herz an ein Denkmal von Anno 1746 verloren habe. Bei Fragen oder Fehlangaben auf den Colozine Köln News Seiten hier die Kontaktmöglichkeit Jazzie (Reinhold Packeisen) oder Mail an info@koeln-news.com :-) Tel.+49 170 90 08 08 74