Köln- 440 Fachteilnehmer:innen aus 38 Ländern diskutierten vom 24. bis 27. September über die Zukunft des Jazz und der aktuellen improvisierten Musik. Unter dem Thema „Who We Are, What We Stand For“ beinhaltete die Fachkonferenz des Europe Jazz Network (EJN) zudem ein öffentliches Showcase-Festival und bot zahlreiche Impulse für die europäische Musikszene.
Am vergangenen Sonntag, dem 27. September, ist die 12. European Jazz Conference (EJC) erfolgreich zu Ende gegangen. Erstmals fand das Jahrestreffen des Europe Jazz Network (EJN) in Deutschland statt. Gastgeber waren der Stadtgarten Köln, die Cologne Jazzweek und die Monheim Triennale, die in Kooperation mit dem EJN die Konferenz von 24. bis 27. September in Köln ausrichteten. 440 Fachgäste Fachteilnehmer:innen aus 38 Ländern kamen zusammen, um über die Zukunft des Jazz und die Rolle seiner Akteur:innen zu diskutieren.
Werte, Verantwortung und internationale Vernetzung
Unter dem Titel „Who We Are, What We Stand For“ widmete sich die Konferenz in unterschiedlichen Gesprächs-, Diskussions- und Veranstaltungsformaten den Werten, Aufgaben und Perspektiven der europäischen Jazzszene. Im Mittelpunkt standen Fragen nach der gesellschaftlichen Verantwortung, der internationalen Vernetzung sowie den Bedingungen, unter denen Jazz und improvisierte Musik heute entstehen, vermittelt und präsentiert werden.
Showcase-Programm mit 13 Formationen der deutschen Jazzszene
Um den internationalen Fachteilnehmer:innen Einblicke in die aktuelle deutsche Musikszene zu vermitteln, bildeten Showcases mit 13 ausgewählten Formationen und insgesamt 50 Musiker:innen aus Deutschland einen festen Programmpunkt. Die Konzerte verteilten sich auf verschiedene Kölner Spielstätten, darunter der Stadtgarten, der Sartory-Saal und das LOFT. Ein Großteil dieser Showcases wird im Frühjahr 2027 im Rahmen einer bundesweiten ARD Jazznacht von WDR 3 als Medienpartner ausgestrahlt.
„Ich freue mich, so viele glückliche und entspannte Gesichter von Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt gesehen zu haben. Der Zuspruch war überschwänglich“, sagt Reiner Michalke, Gründungsdirektor des Stadtgarten Köln und Gründungsmitglied des Europe Jazz Network. „Wir hatten uns vorgenommen, aus den Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte zu lernen und den Fokus auf ein hochwertiges Showcase-Programm mit kurzen Wegen zu legen.“
Köln als internationaler Jazzstandort
Für die Kölner Jazzszene bot die Konferenz zudem die Gelegenheit zur Standortbestimmung im internationalen Kontext. Janning Trumann, künstlerischer Leiter der Cologne Jazzweek: „Der September hat eindrucksvoll gezeigt, welche Stärke und internationale Strahlkraft die Jazzstadt Köln heute besitzt: Mit dem 40-jährigen Jubiläum des Stadtgartens, einer erfolgreichen Cologne Jazzweek und nun der European Jazz Conference haben gleich drei bedeutende Ereignisse die Stadt geprägt. Sie stehen für eine lebendige, gewachsene Szene und unterstreichen zugleich, wie fest Köln inzwischen im internationalen Jazz verankert ist.“
Auszeichnungen für herausragendes Engagement
Die Konferenz bot zudem den Rahmen für die Verleihung mehrerer Auszeichnungen. Der EJN Award for Adventurous Programming ging an das Jazzfestival Südtirol Jazzfestival Alto Adige. Mit dem EJN Award for Music & Community wurde die ukrainische Initiative Victory Beats ausgezeichnet, die Musikangebote für Kriegsversehrte und Veteran:innen entwickelt. Der erstmals in Zusammenarbeit mit dem Ukrainian Institute verliehene Ukrainian Jazz Prize ging an Hyphen Dash aus Kyjiw, verbunden mit einem Live-Konzert des vierköpfigen Ensembles.
Kornelia Vossebein, künstlerische Leiterin des Stadtgartens Köln, betont: „Besonders die jüngeren Kolleginnen und Kollegen, die zum ersten Mal in Köln und im Stadtgarten waren, zeigten sich begeistert, dass eine solche Spielstätte in der Mitte Europas existiert. Schließlich konnten wir hier auf den verschiedenen Bühnen des Hauses zeigen, wie aktuelle Musik heute präsentiert werden kann.“
Vier Tage Austausch, Musik und internationale Begegnungen
Die 12. European Jazz Conference hat damit den internationalen Austausch gestärkt und zugleich die Vielfalt und Innovationskraft der deutschen und europäischen Jazz- und Improvisationsszene sichtbar gemacht. Mit ihrem umfangreichen Konferenz- und Showcase-Programm brachte sie Akteure aus 38 Ländern zusammen und schuf Raum für Diskussion, Vernetzung und neue Kooperationen. Köln erwies sich dabei als weltoffener Treffpunkt für eine lebendige, solidarische und zukunftsorientierte Jazzgemeinschaft.








































































