Sichere und Fahrradfreundliche Großstädte-Köln nur im Mittelfeld

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Köln- Das Fahrrad wäre für Kölner eigentlich das ideale Verkehrsmittel,denn es gibt keine Berge. So rollt es sich ziemlich locker von Sürth in die Innenstadt. Doch viele Kölner schrecken vor der Benutzung der Zweiräder zurück. Und das aus einem gar nicht mal unvernünftigen Grund: Ihre Sicherheit. Schon in Rodenkirchen wird es auf der Hauptstrasse für Radfahrer super eng. Zwischen Bussen und LKW ist kaum Platz und hier müssen Radfahrer auf das Rheinufer ausweichen. Bis in die Altstadt geht es einfach, doch dann ist Schicht. Denn vor dem Rheinufertunnel ist der Radweg zu Ende und dann kommt der Fußgänger Massenverkehr und hier bleiben Stürze und Kollisionen nicht aus, denn eine klare und sichere Trennung gibt es nicht. Das gilt für andere Wegstrecken in Köln ebenso. Es gibt viele Sicherheits Brennpunkte.

Die Untersuchung des ADAC „Fahrradfreundlichkeit in Großstädten“ kommt zu einem ähnlichen Ergebnis, denn Köln wird nur als durchschnittlich angesehen. Laut Statistischem Bundesamt verunglückten 2013 mehr als 71.000 Radfahrer. Und auch in Köln gibt es viele Radunfälle.

Radfahrer finden in deutschen Großstädten meist nur befriedigende Rahmenbedingungen vor, zu einer wirklich fahrradfreundlichen Infrastruktur ist es noch ein weiter Weg. Das ist das Ergebnis des aktuellen ADAC Tests „Radfahren in Städten“, durchgeführt in zwölf deutschen Metropolen.

Die „durchschnittlich“ bewerteten Städte München und Stuttgart schneiden nach dieser Untersuchung, die die Planungsgemeinschaft Verkehr Hannover im Auftrag des ADAC durchgeführt hat, am besten ab.

Insgesamt liegen die Ergebnisse der mit „durchschnittlich“ bewerteten Städte nahe beieinander. Schlusslichter in Sachen Fahrradfreundlichkeit sind Dresden und Dortmund. Größte Kritikpunkte der Tester waren die Unfallhäufigkeit von Radfahrern, zu schmale Radwege, zu wenige bzw. schlecht ausgestattete Abstellplätze sowie mangelnde Serviceangebote wie etwa Fahrrad-Verleihstationen oder Reparaturmöglichkeiten. Die Bewertungen „gut“ und „sehr gut“ wurden im aktuellen Test nicht vergeben, dafür zehn Mal ein „durchschnittlich“ sowie zwei Mal ein „unterdurchschnittlich“.

Dass Handlungsbedarf besteht, zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamts: 354 Fahrradunfälle endeten 2013 tödlich, knapp zwei Drittel davon innerhalb von geschlossenen Ortschaften. Jedes Jahr verunglücken in Deutschland mehr als 65.000 Radfahrer, 2013 schnellte die Unfallzahl sogar auf 71.420 nach oben.

Ein alltägliches Ärgernis für viele Radfahrer sind die im Test festgestellten überfüllten und oft veralteten Abstellmöglichkeiten. Hier ist schnelle Abhilfe erforderlich und machbar. Um die Zahl der Unfälle mit Radverkehrsbeteiligung senken zu können, sollten die Kommunen zudem in ihren Unfallanalysen neben dem Auto- auch den Radverkehr betrachten. So wie auch umgekehrt gilt, dass bei allen fahrradfreundlichen Maßnahmen die Belange anderer Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Autos und öffentlicher Nahverkehr berücksichtigt werden müssen.

Auf dem Prüfstand der Tester standen unter anderem die Sicherheit und der Komfort der nach einheitlichem Schema ausgewählten Testrouten, das Unfallgeschehen, die Abstellmöglichkeiten und die Anstrengungen der Städte, den Radverkehr zu fördern. Ausgewählt wurden Metropolen mit mehr als 500.000 Einwohnern, die bei der Einbindung des zunehmenden Radverkehrs in ihre dicht besiedelten Zentren vor vergleichbaren Problemen stehen: Dies waren Stuttgart, München, Dresden, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig und Nürnberg.

Externe Prüfer der Planungsgemeinschaft Verkehr Hannover führten im Auftrag des ADAC den Test durch, der auf einer Städtebefragung und einer Vor-Ort-Erhebung basiert. Die Ergebnisse wurden im Sinne einer doppelten Qualitätskontrolle von der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) auditiert.

Der ADAC engagiert sich seit Jahrzehnten auch für die Belange von Fahrradfahrern. Mit zahlreichen Aktionen und Publikationen trägt der Club dazu bei, die Sicherheit von Fahrradfahrern zu erhöhen und ein positives Radfahr-Klima zu schaffen. So veranstaltet der ADAC beispielsweise seit 40 Jahren Jugend-Fahrradturniere.
Für Köln besteht in jedem Fall Handlungsbedarf.Mit der Zunahme von E-Bikes muß bei der Sicherheit in Sachen Fahrradwege zugelegt werden. Das bedeutet für die Stadt Köln noch eine Menge Arbeit und Investitionen, würde am Ende aber zu einer Verkehrsentlastung führen. ( Quelle:Ots -Foto:ADAC)