Köln- Rund 2.000 FC-Fans reisten bei winterlichen Bedingungen nach Heidenheim, um die erste Bundesligapartie 2026 live mitzuerleben. Nach zweimaligem Rückstand kam der 1. FC Köln zurück und rettete mit dem 2:2 (1:2) gerade noch einen Punkt – weil der Kölner Angriff erneut mehrere hundertprozentige Chancen ungenutzt ließ.
Der FC-Trainer hatte den Kader nach dem Trainingslager in Spanien kräftig durchgemischt. Mit Winterneuzugang Jahmai Simpson-Pusey und Sturmtalent Fynn Schenten standen gleich zwei Debütanten in der Startelf. Routiniers wie Luca Waldschmidt und Florian Kainz blieben dagegen in Köln. Kann man so machen.
Der FC begann zögerlich, während Heidenheim hoch presste und den Spielaufbau früh störte. Erst nach einigen Minuten wagten die Kölner erste Vorstöße – Ragnar Ache (8.) und Jakub Kaminski (11.) tauchten erstmals im Strafraum auf. Die Gastgeber wirkten jedoch immer etwas souveräner am Ball. Dann ein kurioser Treffer: Nach einer Flanke von rechts lenkte Marvin Pieringer den Ball mit dem Rücken zum Tor per improvisiertem Fallrückzieher an Marvin Schwäbe vorbei ins Kölner Tor – 1:0 (15.). Shit Happens.
Doch Köln reagierte erstaunlich zügig. Alessio Castro-Montes flankte von links, der aufgerückte Eric Martel köpfte den Ball gegen die Laufrichtung von Torhüter Ramaj zum 1:1 ein (18.). Jetzt gehts los, dachte ich. Doch Heidenheim blieb spielbestimmend. Nach einer kurz ausgeführten Ecke konnte Marvin Schwäbe einen abgefälschten Schuss von Niklas Dorsch noch abwehren, doch Julian Niehues stand goldrichtig und hämmerte den Abpraller zum 2:1 ins Netz (26.). Viel zu einfach.
Danach musste Schwäbe mehrfach retten – unter anderem gegen Arijon Ibrahimović (31.) – und Sirlord Conteh vergab eine riesige Chance vor dem fast leeren Tor (36.). Kurz vor der Pause hatte Simpson-Pusey noch eine Kölner Doppelchance per Kopf und per Nachschuss. Das wäre was gewesen. Nach der Pause kamen die Heidenheimer frierend aus der Kabine und ich dachte, so, das wird heute nichts mit einem Heimsieg, denn der FC wird das Ding jetzt rocken.
El Mala bringt Köln zurück
Said El Mala kam – und traf. Mit seinem ersten Abschluss, einem abgefälschten Schlenzer von der Strafraumgrenze, erzielte er in der 48. Minute den 2:2-Ausgleich. Bämm!
Köln hatte nun die besseren Chancen. Kaminski verfehlte das Tor zweimal knapp (54./63.). In der 65. Minute fand Martel mit einer präzisen Flanke Ragnar Ache, dessen Abschluss jedoch zu zentral geriet – Ramaj parierte. Güter Himmel dachte ich, das Ding muss doch mal reingehen.
Aber dann meldet sich Heidenheim zurück: Adrian Beck verpasst im Zentrum nur haarscharf (72.). El Mala setzt einen Konterabschluss knapp vorbei (86.), ehe Beck auf der Gegenseite erneut gefährlich wurde. Die größte Chance der Schlussphase hatte der FC: Marius Bülter flankt, Ache brachte den Ball aufs Tor – aber genau in die Arme des Torhüters (90.+1).
Wenn man die vergebenen Chancen und die kollektiven Auszeiten im Mittelfeld in der ersten Halbzeit betrachtet, muss man sagen: Der FC hat hier einen Auswärtssieg verschenkt. Der Kölner Angriff und das Mittelfeld hatte phasenweise keinen Zugriff auf das Spiel, als ob das Wort forechecking, oder besser, frühes pressen und Balleroberung in der Hälfte des Gegners, eines Kölner Spielers unwürdig wäre. Warum wir Tempo einwechseln, es aber nicht auf den Platz bringen, bleibt rätselhaft. Warum wir wuchtige Stürmer haben, die dann keine verwertbaren Bälle bekommen, ebenso. Die 2.000 mitgereisten Fans hätten einen Sieg verdient gehabt. Warum FC Siege derzeit nicht zustande kommen, erklärt sich mir nicht wirklich.
Am Mittwoch kommt der FC Bayern nach Müngersdorf und wird wieder 50.000 Elite Fans nach Müngersdorf locken, die mal wieder etwas Weltklassefußball auf dem Kölner Grün sehen wollen und so freue ich mich, wenn es wieder heißt: Come on Effzeh .
So standen die Teams auf dem Rasen
1. FC Köln:
Schwäbe – Sebulonsen, Martel, Simpson-Pusey – Thielmann (75. Bülter), Huseinbašić (46. El Mala), Krauß, Castro-Montes (75. Lund) – Schenten (62. Maina), Ache (90.+2 Niang), Kaminski
1. FC Heidenheim: Ramaj – Traoré, P. Mainka, Siersleben, Föhrenbach – Niehues, Schöppner, Dorsch, S. Conteh, Ibrahimovic – Pieringer
Tore:
1:0 Pieringer (15.), 1:1 Martel (18.), 2:1 Niehues (26.), 2:2 El Mala (48.)




































































