Köln- Müngersdorf erlebte Fußball-Emotionen pur – von der Thielmann-Rakete bis zur umstrittenen Elfmeter-Verweigerung Der 1. FC Köln musste sich vor 49.000 Zuschauern im heimischen Müngersdorf mit 1:2 (0:1) gegen RB Leipzig geschlagen geben. Christoph Baumgartner traf doppelt für die aufstrebenden Sachsen, Jan Thielmann gelang der zwischenzeitliche Ausgleich für den FC.
Erste Halbzeit: Chancen liegen gelassen
Mit dem Kölsch griffbereit und entspannter Nordkurven-Atmosphäre begann das Spiel vielversprechend für die Hausherren. Schon in der 5. Minute die erste Großchance: Ragnar Ache schickte Said El Mala auf die Reise, doch der junge Stürmer zögerte und schoss RB-Keeper Peter Gulacsi direkt in die Arme. Kann man so machen – aber besser geht anders.
Die Antwort der Leipziger kam prompt: Romulo traf nur den Pfosten (7.). Nach einer Ordnungsphase auf beiden Seiten bot sich El Mala erneut die Gelegenheit, doch wieder fehlte die Entschlossenheit – der Ball ging knapp am Tor vorbei (22.).
Leipzig übernahm zunehmend die Kontrolle, ließ den Ball geschickt in den eigenen Reihen laufen. Brajan Gruda tauchte frei im Strafraum auf, doch Cenk Özkacar blockte seinen Schuss. Dann der Nackenschlag: Freistoß aus 30 Metern, David Raum flankt, Baumgartner steigt am höchsten – 0:1 (29.). Marvin Schwäbe stand zu weit vorne. Bis zur Pause passierte wenig Zählbares mehr.
Zweite Halbzeit: Thielmann-Traum und VAR-Albtraum
Der zwölfte Mann im Rücken – und was für einer! Der Support war wieder mega, der FC legte munter los. Isak Johannesson eroberte den Ball, bediente Jan Thielmann, und der haute unbekümmert drauf: Rechts oben, durch die Abwehr, ein echtes „Jan Uwe Tor“ – 1:1 (51.). Wunderbar!
Doch die Freude währte nur kurz. Plötzlich spielte der FC läppisch, Xaver Schlager bediente Baumgartner, und der knallte zum 2:1 ein (56.).
Das Stadion erwachte zu einem furiosen Anfeuerungsfinale. Wechselfieber auf beiden Seiten, der FC im Angriffsmodus. Ache (60.) und Jakub Kaminski (69.) ließen fette Chancen liegen. Dann das VAR-Drama der besonderen Art:
Thielmann zieht aus der zweiten Reihe ab, Baumgartner wirft sich auf der Linie in den Schuss und wehrt klar mit der Hand ab. Schiedsrichter Frank Willenborg lässt zunächst weiterlaufen, wird dann zum Monitor geschickt. Das Urteil: Sebastian Sebulonsen stand zuvor mit der Ferse einen Millimeter im Abseits (77.). Kein Elfmeter!
7 Minuten Unterbrechung – der FC verliert den Faden, ärgert sich über einen verdienten Elfmeter, der in der wichtigsten Phase des Spiels verwehrt bleibt. Der Hammer: VAR-Keller. Schiedsrichter Willenborg wurde nicht einmal das eigentliche Handspiel gezeigt! Die Mannschaft kämpfte weiter, doch Leipzig verteidigte die letzten Minuten klug. Der Ex-Kölner Max Finkgräfe hätte sogar noch nachlegen können – das hätte das Maß für mich mehr als voll gemacht.
Fazit: Niederlage geht trotz VAR-Panne in Ordnung
Leipzig hat einfach das technisch und läuferisch bessere Team – das muss man so festhalten. Trotz der fadenscheinigen VAR-Entscheidung geht die Niederlage in Ordnung. Über diese Fehlentscheidung wird die deutsche Fußballwelt noch länger diskutieren. Ich setze darauf, dass es eine ausgleichende Gerechtigkeit gibt und ein Schiedsrichter auch einmal eine Glücksentscheidung für den 1. FC Köln trifft. 🙂
So freue ich mich, wenn es wieder heißt: Come on Effzeh!
So standen die Teams auf dem Müngersdorfer Grün
1. FC Köln : Schwäbe – Sebulonsen, Martel, Özkacar, Lund (78. Waldschmidt) – Johannesson (68. Bülter), Krauß – Thielmann (90. Chavez), Kaminski, El Mala – Ache (90. Schenten)
RB Leipzig: Gulacsi – Henrichs, Orban, Seiwald, Raum – X. Schlager, Gruda, Baumgartner – Diomande, Romulo, Nusa


































































