Köln- Der 1. FC Köln nimmt einen Punkt aus dem hohen Norden mit. 1:1 beim Hamburger SV – Samstagabend, Flutlicht, 57.000 Zuschauer im ausverkauften Volksparkstadion, darunter 6.000 Kölner. Eigentlich alles angerichtet für mehr.
Mit nur einer Veränderung ging der FC in die Partie: Cenk Özkacar ersetzte den rotgesperrten Jahmai Simpson-Pusey. Und die erste Halbzeit? Viel Taktik, viel Neutralisieren – aber der FC war die gefährlichere Mannschaft. Said El Mala (26.) und Jakub Kaminski (28.) prüften den HSV, doch ein Hamburger Kopf rettete jeweils zur Ecke.
Und dann – aus dem Nichts – der Nackenschlag.
Traumtor – und direkte Antwort
In der 39. Minute hob Fábio Vieira den Ball nach Zuspiel von rechts mit einem Kontakt sehenswert über Marvin Schwäbe hinweg ins Netz. 1:0 für die Hanseaten. Ein Treffer der Kategorie „kann man mal so machen“.
Doch der FC antwortete – und das verdient Respekt. Nach einer Ecke von Kaminski verlängerte Rav van den Berg per Kopf, und El Mala lief am zweiten Pfosten genau richtig ein. 1:1 in der 45. Minute. Wichtig. Mental. Zur richtigen Zeit.
Viel Anrennen, wenig Ertrag
Die zweite Hälfte? Zäh. Keiner wollte sich mit dem Punkt zufriedengeben – aber auch keiner wollte ins volle Risiko gehen. Linton Maina setzte einen Versuch in der 54. Minute drüber. Wirklich brenzlig wurde es erst in der Nachspielzeit: Daniel Elfadli köpfte knapp vorbei (90.+5), Eric Martel ebenso nach Kainz-Freistoß (90.+7). Und so blieb es beim 1:1.
Was hatten wir uns vorgenommen. Wie wichtig wäre dieser Sieg gewesen. Und doch stehen wir wieder da – mit einem Punkt, der sich nicht nach Fortschritt anfühlt. Das Anrennen bis zum Strafraum funktioniert. Aber was passiert dann? Genau da liegt das Problem. Und das zieht sich durch die gesamte Saison. Ich bin mit meinem FC-Latein langsam am Ende. Selbst ein Trainerwechsel? Würde aktuell wahrscheinlich auch nichts ändern.
Was jetzt noch hilft? Glück. Einfach nur Glück. Mit den Schiedsrichtern. Mit dem VAR. Und vielleicht fliegen die Abschlüsse ja irgendwann nicht mehr darüber oder daneben, sondern einfach mal zwischen die Pfosten.
Am Sonntag, beim Spiel des FC Loquard, erklärten mir gleich fünf Gladbach-Fans, dass wir im kommenden Derby keine Chance hätten. Tja, Freunde. Vielleicht habt ihr recht. Vielleicht stimmen wir uns bald auf Liga zwei ein.
Aber ich werde einen Teufel tun. Ich freue mich auf Samstag. Derbyzeit. Und dann heißt es wieder: Come on Effzeh! Dann holen wir uns eben den Derbysieg.
So standen die Teams in Hamburg auf dem Rasen
1. FC Köln : Schwäbe – Krauß (84. Chavez), van den Berg, Özkacar, Lund – Martel, Johannesson – Niang (46. Maina), Kaminski (90.+1 Kainz), El Mala (74. Sebulonsen) – Ache (74. Bülter)
HSV: Heuer Fernandes – Omari, L. Vuskovic, Torunarigha – Mikelbrencis, Muheim, Remberg, Fabio Vieira, Lokonga – Downs, Königsdörffer
Tore: 1:0 Vieira (39.) 1:1 El Mala (45.)




































































