Bahrein F1 GP -Bei aller Liebe zum Sport darf man die Augen nicht zu machen

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Köln Sürth- Bei aller Liebe zur Formel1 und zum großen Preis von Bahrein am kommenden Wochenende möchte ich auch den kritischen Stimmen ein Ohr gewähren. So schön der Motorsport auch ist, der Protest gegen die Zensur vor dem Formel 1-Rennen am Wochenende  sollte gehört werden. Gerechterweise muss man festhalten das einige Teams dort nicht fahren wollten, es aber gegenüber Bernie Ecclestone Verträge gibt, die erfüllt werden müssen.
Vor dem Formel 1-Rennen in Bahrain protestiert Reporter ohne Grenzen (ROG) mit einer Petition gegen die Verfolgung regimekritischer Journalisten in dem Golfstaat. In einem offenen Brief an Staatsoberhaupt Hamad bin Issa al Chalifa forderte ROG in dieser Woche zusammen mit anderen Menschenrechtsorganisationen zudem die sofortige Freilassung inhaftierter Blogger und Journalisten.
Bahrain ist einer der gefährlichsten Orte für Journalisten weltweit. Reporter ohne Grenzen zählt den König von Bahrain zu den Feinden der Pressefreiheit. Seit Beginn der Demonstrationen gegen das Königshaus im Februar 2011 versucht die Staatsspitze mit allen Mitteln, Berichte über die Proteste und deren brutale Niederschlagung zu verhindern. Ausländische Reporter dürfen seither nicht mehr einreisen. Lokale Online-Aktivisten, Journalisten und vor allem Fotografen werden bei Demonstrationen systematisch bedroht und angegriffen. Viele wurden festgenommen und von Militärgerichten zu Haftstrafen verurteilt. In Gefängnissen ist Folter weit verbreitet.
Die in London ansässige Bahrain Press Association zählt seit Februar 2011 mehr als 140 Fälle, in denen Journalisten aufgrund ihrer Berichte entlassen, gefangen genommen oder Opfer von Gewalt wurden. Zwei Internet-Aktivisten und ein Herausgeber bezahlten ihren Kampf um unabhängige Berichterstattung mit dem Leben.
Im aktuellen ROG-Internetbericht gehört Bahrain zu den Staaten mit der stärksten Online-Zensur weltweit. Regierungskritischer Inhalt wird im Internet systematisch gesperrt, die Verbreitung von Fotos und Filmen der Demonstrationen verhindert.
Gleichzeitig lanciert die Regierung mit Hilfe benachbarter Golfstaaten gezielte Image-Kampagnen, die Bahrein als politisch stabiles und sozial fortschrittliches Land darstellen sollen. Dass dies zumindest teilweise erfolgreich ist, liegt auch am Schweigen der internationalen Gemeinschaft. Zensur und Unterdrückung nehmen in Bahrain immer stärker zu. (Ots)

Meine Meinung ist gespalten. Besser der GP hätte nicht stattgefunden. Was nicht geht, aus sportlicher Sicht, ist das ein paar Teams fahren und Teams die nicht teilnehmen würden, dann ohne Punkte bleiben. Zumindest kann man was den Protest angeht, die Aktion trotzdem unterstützen. Die Formel1 Fahrer und Teams sind für die Zustände in Bahrein nicht verantwortlich. Deren Fernbleiben würde die Situation wohl auch nicht verhindern, das hat der Ausfall der Veranstaltung im letzten Jahr gezeigt.

Unterzeichnen Sie die Petition gegen die Verfolgung kritischer Journalisten:
Den Brief an König Hamad bin Issa al Chalifa finden Sie unter:
Aktuelle Berichte zur Lage in Bahrain finden Sie unter:
Den aktuellen Bericht „Feinde des Internets“ finden Sie unter: