Krieg: Und die Eiskälte gegen Flüchtende in Europa

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Köln-Nie wieder Krieg! Mit diesem Wunsch und Willen bin ich aufgewachsen. Ich hatte Anfang der Woche für mich persönlich beschlossen, das Thema Flucht und aktuelle deutsche und europäische Politik nicht mehr anzufassen. Weil das Thema so aussichtslos scheint. Es fühlt sich an, wie ein Fass ohne Boden.Und die Sprache die wir verwenden klingt entsetzlich kalt und rauh. Noch schlimmer ist es zu sehen und zu erleben wie Politiker weltweit, den Forderungen einer Minderheit von Menschen in Ihrem jeweiligen Land nachkommen und mit Eiseskälte Zäune und Barrieren gegen Flüchtende hilflose Menschen errichten.

Ich notiere alle wichtigen Überlegungen seit 15 Jahren in mein Tagebuch. Und schaue immer wieder auch in die Vergangenheit meiner  Gedanken. Manchmal freue ich mich darüber,  wie sehr sich meine Ansichten verändert haben. Ich habe vieles  nur schwarz oder weiß gesehen. Andere Farben der Meinung waren unbekannt. Das  Schreiben im Blog ist für mich in etwa so, als würde ich als zehnjähriger meine erste Liebe,  die ich eben entdeckte, ewig festhalten wollen. Was natürlich nie funktioniert.

Heute möchte ich einen Meilenstein bewahren. Nachdem ich tief in mich gedrungen bin möchte ich für mich und meine Kinder folgendes festhalten:

Ich habe keine Angst vor einem neuen Krieg, denn Ich habe mein Leben bereits gelebt. Und sollte es einen weiteren Weltkrieg geben, kann ich auf die schönsten Zeiten die Menschen je erleben durften zurückblicken. Warum ich vom Krieg spreche? Nun, wir leben in einer Zeit mit einer gefährlichen Eskalation. Der Sprengsatz ist Syrien. Dort wird Krieg geführt. Und die Kriegsflüchtlinge führen in Europa zu einem internen Sozialkrieg.

Mir war das Glück beschieden in einem Wirtschaftswunderland aufzuwachsen.

Ich habe nur wenig gehungert und entbehrt. Vielleicht in der Kindheit, denn da war die Ernährung in kinderreichen Familien nicht immer optimal. Ansonsten  fehlte mir nie etwas. Ich weiß nicht wie es Euch so geht, wenn ihr zurückdenkt.

Doch jetzt, gerade jetzt, fällt mir auf, das in unserem Land etwas verloren gegangen ist. Toleranz und Respekt. Die waren  in meinem Leben immer vorhanden.Je älter ich werde, stelle ich fest das auch die  Solidarität kaum mehr spürbar ist.Toleranz, Respekt und Solidarität sind unabdingbare Bestandteile einer Demokratie und der Freiheit. Gerade die aktuelle junge Generation frönt dem extremen Gegenteil . Ob im realen Leben oder in der Netzwelt ihr seht die Dinge nur noch schwarz oder weiß. Rechts oder Links.

Deshalb mache ich mir Gedanken über Euer Verhalten. Ihr lieben jungen Menschen. Ihr Entwickler unseres zukünftigen politischen und sozialen Lebens.  Ihr jungen, seid verantwortlich für die Entwicklung der Politik und Gesellschaft. Ihr intelligenten Denker und Meinungsmacher steht bereits in der vollen Verantwortung.

Was bedeuten Euch die Begriffe: Freiheit,Demokratie,Solidarität,Toleranz,Zukunft?

Ich hatte ein Leben, das von diesen Themen bestimmt war. Solidarität und Toleranz haben mich auf allen meinen Reisen in die Welt und im Umgang mit Menschen geleitet. Demokratie war unverzichtbar. Für Eure Zukunft habe ich fleißig gearbeitet. Frei war ich immer und mir wurden alle Freiheiten, durch das öffnen der Grenzen in Europa ermöglicht. Ich habe eine Politik gefördert und befürwortet die den eisernen Vorhang verschwinden ließ, weil ich dachte, wenn alle Grenzen offen sind, werden die Menschen diesen Vorteil für künftige Generationen um ein vielfaches multiplizieren.

Zeitgleich fand ich das Internet und die Entwicklung der shared economy richtig gut.

Share das englische Wort für teilen. Toll, wir sparen Ressourcen, wenn wir teilen. Wir erfahren von Missständen in der Welt, wenn wir teilen. Wir verändern die Welt wenn wir teilen.

Doch ich sehe mich getäuscht. Das Internet will nicht teilen. Freie Menschen wollen nicht befreit sein und teilen. Sie wollen aber eigentlich nur den Eindruck vermitteln. In Ihren Botschaften.

Geteilt werden Bilder,Videos,Emotionen,Meinungen. Von Menschen. Von denen aber keiner weiß, ob es sie wirklich gibt. Und eben diese, die Anonymen haben das Ruder in die Hand genommen und erzählen in Bildern und Worten, von Dingen, von denen Sie keine Ahnung haben. Sie teilen Bilder und Emotionen ohne jeden Beleg über deren Echtheit.

Mit dem was sie teilen, sorgen Sie für Verunsicherung. Sie machen mit ihrer Meinung, die sie teilen, neue Meinung und lösen damit Druck aus. Druck auf die Presse und die Politik und ja, selbst auf mich.

Wie ernst ist dieses teilen denn wirklich? Wenn es um die oben genannten Themen geht?

Denn liebe Teiler, eure Botschaften kamen an. In Afrika. In Syrien. Eure Botschaften die ihr teiltet bewegten Millionen Menschen. Ihr Youtuber Fans. Die mit Ihrem Mitteilungsbedürfnis Hoffungen kreiiert habt. Und jetzt, wo Eure Fans anrollen und mit Euch euer geiles Leben teilen wollen, schaltet ihr ab! Wie geil ist das denn?

Stimmt das denn was ich sage? Muß nicht, kann aber. Ich lese viel und schnell und verfolge einiges.

Da kommt ein Aufruf zur Unterstützung für Flüchtende in Berlin von einem Grünen bei Twitter. Der wird geteilt. 3 Mal. Dann kommt ein TV Video Clip vom gleichen Grünen,einer dieser lustigen Clips.Kategorie politische Satire. Der wird so an die 250 Mal geteilt.
Da gibt es eine Meldung von Ärzte ohne Grenzen aus Syrien..

sans frontiers

die bereits 2 Tage online ist. Weltweit! Only 605 shares! Ok jetzt braucht den auch keiner mehr teilen…

Doch ja. Genau dieser Tweet bräuchte a million follower. Der müsste eigentlich Millionen auf die Strasse treiben.Menschenketten mit Lichtern für all die Toten. Je suis Syrien.Habe ich noch nirgends gelesen. Das eigentliche tägliche Drama will in ganz Europa keiner mehr teilen.

Am besten gar nicht wahr haben. Die vermeintlichen Demokratien verweigern ihre Solidarität. Und wenn da einer meint, das Artikel und Beiträge über Flüchtlinge kaum verbreitet werden, dann stimmt das. Europa ist von einer Eiskälte überzogen wie ich sie mir in meinen kühnsten Träumen nicht hätte erdenken können.

Europa schaut zu. Wie Syrien zwischen den USA, Russland,Türkei,Saudi Arabien, Assad und der IS gnadenlos zermahlen wird. Ihr Alle, als Teil und Teiler dieser Vorgänge, denn diese finden in Eurem Namen statt, beschämt mich zutiefst.

Noch nie in meinen über sechzig Jahren habe ich in Gesichter von Politiker geschaut, die das so eiskalt hinnehmen. Als hätten Sie nichts erlebt und erfahren. Putin. Assad. Die Scheichs. Obama. Seehofer der mit Putin zusammen hockt und jetzt auch noch Orban aufsucht. Und ich stoppe die Kette an dieser Stelle. Über eine Woche nach den Verhandlungen in München sind vorbei und es gibt noch nicht eine Bombenfreie Schutzzone für Geflohene in Syrien.

Die Forderung Europas Grenzen zu schließen und Meinungsumfragen nach Mehrheiten für Schließung der Grenzen im ZDF, all das veranlasst die Bundesregierung und ich sage hier eindeutig, die Bundesregierung und nicht Frau Merkel, Erdogan den Freifahrschein für den nächsten Stellvertreterkrieg in Syrien zu geben. Die Kurden waren ja schon lange überfällig. Dafür inszenieren die Türken sogar Anschläge in Istanbul und Ankara.

Und während vier Parteien Syrien von allen Seiten platt Bomben und so schon mal den Flüchtlingsstrom reduzieren, tagt die EU in Brüssel, in der Absicht die Grenzen zu schließen.

Liebe Jugend in Europa, ich halte das für Eiskalt. Ich halte Euch für Eiskalt wenn ihr das zulasst.

Und glaubt nicht, wenn die Grenzen dicht sind, das wäre die Eiszeit schon gewesen. Vor den Flüchtenden hättet ihr keine Angst haben müssen. Solidarität, Demokratie,Toleranz und Freiheit helfen Aufgaben gemeinsam zu bestehen.

Wenn Ihr junge Welt in Europa, jetzt die Augen vor den Machtansprüchen der Olligarchen verschließt, wird Euch die Scheiße nur so um die Ohren fliegen und ihr werdet alles was ihr eben noch sicher wähntet, einfach so verlieren.  Ihr wolltet ja teilen. Hoffentlich habt ihr Euch entschlossen das richtige zu teilen.

Wie man in den Wald hinein, ruft so schallt es heraus!

Wenn Ihr die Grenzen dicht macht, werden sich alle heute noch Flüchtigen und Hilflosen das merken und Euch die Antwort in der Zukunft geben. Dann, wenn in Deutschland und Europa, die das sagen haben, die ich nicht an der Macht sehen will, gibt es keine Garantien auf ein friedliches Leben. Eine Pegida oder Afd an der Macht, würde Euch das armseligste Leben ohne Freiheit ever bescheren. Die Ereignisse in Sachsen werfen Ihre Schatten voraus.Sind die an der Macht,Dann  ist vorbei mit Multikulti,Internet Freiheit und teilen. Wenn die die Grenzen zumachen, dann sind sie auch von innen zu. Wenn ihr das so wollt, dann werde ich mich fügen und mir meinen Freigeist bewahren. In der stillen Hoffnung, das meine Kinder vielleicht eines Tages etwas bewirken können. Wenn sie groß umd stark sind.

Ich halte für mich an dieser Stelle fest das ich fordere:

Die Grenzen in Europa müssen offen für Flüchtende bleiben.
Die EU muss sich  sofort aus allen Kriegshandlungen im nahen Osten zurück ziehen.
Ein Heer an humanitäter Hilfe muss aufgebracht werden um die Menschen vor Ort in Syrien,Libanon,Jordanien,Türkei zu unterstützen.
Alle Verhandlungen mit den Türken müssen abgebrochen werden solange die Kurden und Syrien angegriffen werden.
Keine Waffenlieferungen mehr an Saudi Arabien.
Das Ende der Sanktionen gegen Russland und neue Verhandlungen

Und ich hoffe das ich diese Zeilen in zehn Jahren lese und denke: Mann Junge, was hast du denn für eine Scheiße gelabert Alter! Bitte. Danke gerne.

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Jazzie ist mein Nickname als Schlagzeuger und Jazzmusiker. Das Colozine Köln News Magazin ist mein Blog. Beruflich bin ich Inhaber einer Internetagentur in Köln und Ostfriesland. Hier fröne ich meinen Hobbys. Ich liebe Smooth Jazz und die USA Jazz Musik Szene. Als Main Stream Jazz Fan sehe ich Harmonie, nicht nur in der Musik, als unser aller höchstes Gut an. Jazz-, Pop-, Hardrock- und Bluesmusik hat die Welt verändert und ist für mich unverzichtbar. Grund genug durch die Welt zu surfen und Ausschau nach guten Music Acts und Musikern zu halten. Ich bin Fan des ersten Fußballclub Köln. Weitere Faibles gelten dem Motorsport,Tennis,Squash und Motorrad fahren. Ich bin Honda Freak und lasse mir gerne den Wind um die Nase wehen. Neben Köln, zieht es mich nach Ostfriesland. Denn dort ist das Meer und ein 243 Jahre altes Haus :-) Bei Fragen oder Fehlangaben auf den Colozine Köln News Seiten hier die Kontaktmöglichkeit Jazzie (Reinhold Packeisen) Oder Mail an info@koeln-news.com :-) Tel.+49 2236 7025094