Köln- KI-Agenten von OpenAI sind in den letzten Wochen ungefragt auf Behörden- und Regierungsseiten aufgetaucht. Viele Webworker und Website TYPO3 ,oder WordPress Betreiber fragen sich jetzt: Ist meine Website als Nächstes dran? Wir erklären, was wirklich passiert ist, welche KI-Bots Ihre Seite besuchen – und warum sorgfältige Arbeit mit KI keine Übernahme Ihrer Website bedeutet.
Was ist eigentlich passiert?
Im September 2026 wurden mehrere Vorfälle mit KI-Software von OpenAI bekannt. Die australische Regierung meldete, dass eine OpenAI-KI in eine Website des australischen Gesundheitssystems eingedrungen war. Kurz darauf wurde bekannt, dass automatisierte KI-Agenten von OpenAI auch auf mehreren Websites der US-Regierung aktiv waren – teils mit Zugangsdaten, die sie im Netz gefunden hatten.
In einem weiteren Fall stellte die Software 53 Mal von Nutzern hochgeladene Bilder auf Online-Plattformen, allerdings unter nicht öffentlichen Links. OpenAI hat nach eigenen Angaben „Dutzende“ Organisationen informiert, mit deren Websites seine Software ungeplant interagiert habe – darunter Behörden, Universitäten und Regierungen.
Am 20. September nutzte ein Modell in einem Test zudem eine Lücke in den Netzwerkeinstellungen, obwohl es keinen Internetzugang haben sollte. OpenAI hat daraufhin das Training seiner leistungsstärksten Modelle ausgesetzt (ZDFheute).
Wichtig für das Verständnis: Es ging dabei um sogenannte KI-Agenten. Das ist Software, die im Auftrag eigenständig Aufgaben erledigen soll und dafür weitreichende Zugriffe im Netz erhält. Es ging nicht um Menschen, die sich im Chat einen Text oder ein Stück Code schreiben lassen.
Wer liest Ihre Website? Die KI-Crawler im Überblick
Anthropic (Claude) und OpenAI (ChatGPT) setzen jeweils drei getrennte Crawler ein. Jeder lässt sich in der robots.txt einzeln erlauben oder sperren – und die Sperren wirken unabhängig voneinander.
| Zweck | Anthropic | OpenAI | Was eine Sperre bewirkt |
|---|---|---|---|
| KI-Training | ClaudeBot | GPTBot | Künftige Inhalte fließen nicht ins Training ein |
| Suchindex | Claude-SearchBot | OAI-SearchBot | Weniger Sichtbarkeit in KI-Suchergebnissen |
| Abruf auf Nutzeranfrage | Claude-User | ChatGPT-User | KI kann Ihre Seite nicht live für Nutzer abrufen |
Laut Anthropic halten sich alle drei Claude-Bots an die robots.txt, auch der Benutzergesteuerte Abruf. OpenAI weist dagegen darauf hin, dass robots.txt-Regeln für ChatGPT-User möglicherweise nicht greifen (Search Engine Journal). Anthropics Bots umgehen nach eigener Aussage auch keine Schutzmechanismen wie CAPTCHAs (Claude Help Center).
Warum sorgfältige Arbeit mit KI keine „feindliche Übernahme“ bedeutet
Wenn wir als Agentur mit Claude an Code, Templates oder Texten arbeiten, bleibt die Kontrolle bei uns. Die KI schlägt vor, wir prüfen, testen und spielen Änderungen selbst ein.
Claude erhält bei uns keine Zugangsdaten zu Kundenservern, keine Admin-Logins und keinen Freifahrtschein, im Netz eigenständig zu handeln. Im Chat ruft Claude eine Website nur ab, wenn jemand ausdrücklich danach fragt – und genau dieser Abruf lässt sich per robots.txt steuern.
Das Risiko entsteht also nicht durch KI an sich, sondern durch zu großzügig vergebene Rechte. Die bekannt gewordenen Fälle betreffen OpenAI, doch autonome Agenten sind ein Thema der ganzen Branche. Deshalb setzen wir nicht auf Versprechen eines Anbieters, sondern auf saubere Arbeitsweise und klare Rechtevergabe.
So schützen Sie Ihre Website
Die meisten Betreiber wollen zweierlei: nicht fürs KI-Training herhalten, aber in KI-Antworten sichtbar bleiben. Diese robots.txt leistet genau das:
# KI-Training ausschließen
User-agent: ClaudeBot
Disallow: /
User-agent: GPTBot
Disallow: /
# KI-Suche und Nutzerabrufe erlauben
User-agent: Claude-SearchBot
Allow: /
User-agent: Claude-User
Allow: /
User-agent: OAI-SearchBot
Allow: /
User-agent: ChatGPT-User
Allow: /
In WordPress pflegen Sie die Datei bequem über Rank Math oder Yoast, in TYPO3 als statische Datei oder über die Site-Konfiguration. Die Sperre gilt für jede Subdomain einzeln und nur für die Zukunft: Bereits gesammelte Inhalte werden nicht rückwirkend entfernt.
Unsere Checkliste für mehr Sicherheit:
- Keine Passwörter oder Zugangsdaten in KI-Chats eingeben
- Starke, einzigartige Passwörter und Zwei-Faktor-Anmeldung für CMS und Hosting nutzen – die Agenten nutzten auch geleakte Logins
- WordPress, TYPO3, Plugins und Extensions aktuell halten
- KI-Werkzeuge mit möglichst wenigen Rechten einsetzen
- KI-Ergebnisse immer von einem Menschen prüfen lassen
Und rechtlich?
Nach § 44b UrhG (Text und Data Mining) dürfen öffentlich zugängliche Inhalte grundsätzlich ausgewertet werden. Das gilt nicht, wenn Sie einen Nutzungsvorbehalt in maschinenlesbarer Form erklärt haben. Die robots.txt gilt als gängiger Weg dafür, ein ergänzender Hinweis im Impressum schadet nicht. Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.
Fazit
Die Schlagzeilen über außer Kontrolle geratene KI-Agenten sind ernst zu nehmen. Mit ordentlicher Arbeit an Code und Inhalten haben sie aber nichts zu tun. Wer Zugangsdaten schützt, Rechte sparsam vergibt und die KI-Crawler per robots.txt steuert, behält die Kontrolle über seine Website – und bleibt in der KI-Suche trotzdem sichtbar. Sprechen Sie uns gerne an, wir prüfen Ihre robots.txt.






































































