Der Teufel trägt Prada

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(Köln) Werner Matrisch’s  DVD Rezension zu „Der Teufel trägt Prada“ Wer nur Meryl Streep in darstellerischer Hochform erleben will, kann diesen Film sehen. Und wer zudem diesen sarkastischen Humor hat, der erlaubt, ihre menschenverachtenden Schikanen amüsant zu finden, für den mag dieser Film auch unterhaltend sein.

Arrogant-kritiklose Selbstfeier der „Haute Cauture“

Ich kann aber nicht umhin, die Aussage, die der Film für mich vermittelt, ernster und negativer zu sehen, als viele andere, für die der Film vielleicht eine gelungene Komödie ist.

Wer da glaubt, hier würde die selbstverliebte Scheinwelt der Modewelt „“und Macher, ihre strikte arrogante Diktatur, ihre Oberflächlichkeit,…… wirklich kritisch beleuchtet, ist naiv. Das liegt schon im Titel des Films begründet. Es wäre interessant zu wissen, wie viel von den Herstellungskosten des Films von PRADA bereits abgedeckt wurden.

Die sympathische, etwas verhuschte Andrea, (Anne Hathaway- zwar hübsch und rehäugig, aber ohne das Charisma von Audrey Hepburn) bekommt im neuen Job immer wieder die bösartige Fuchtel ihrer Vorgesetzten, der Chefredakteurin Miranda (Streep) zu spüren. Nur nett oder „normal“ gekleidet, wird sie von schicken Kollegen mitleidig belächelt. Damit sie versteht, wieso sie überhaupt diesen schlichten Pullover in diesem bestimmten BLAU trägt, wird sie in widerwärtig hochgestochener Weise, aber zugleich auch „gnadenvoll“ von Miranda aufgeklärt, wie geniale Modedesigner dieses BLAU entwickelt haben, welches dann bei einer wie IHR landet. Letztlich unmissverständlich in der Weise: Wir da oben“ …du da “ unten“.

Danach lässt Anne sich vom freundlicheren, stereotypen Hausdesigner ausstaffieren. Nächste Szene: Anne stolziert durch das neonglitzernde New York, angetan mit Superklamotten. Der Gürtel allein sieht schon nach 250 Dollar aus. Dazu hören wir ein Madonna-Liedchen von ihrer letzten „Dance flor“ CD. Jetzt haben es wirklich clevere Teenies und auch jedes Mauerblümchen im Kino zwischen 12 „“ 45 begriffen: das ist angesagt, das ist hipp, so muss man aussehen, wenn man Erfolg haben will, „Style“ ist ALLES! Später im Film muss man dann wirklich solche Sätze über sich ergehen lassen: „Leute wie Lagerfeld,… das SIND DIE GRÖßTEN KÜNSTLER, weil die Menschen in diesen Sachen LEBEN!“ ( Ziemlich teuer diese Mode, und wieviel Prozent der Menschheit leistet sich das?)

Eine andere Szene im Film hat für mich schon etwas menschenverachtendes: Mirandas Schikanen treffen zu jeder Tages- und Nachtzeit ein, und immer am liebsten per Handy. Meistens in Annes Freizeit. So stolpert Anne, das Handy am Ohr, verzweifelt und unter Einsatz ihres Lebens durch den gefährlichen New Yorker Autoverkehr, um wieder ein Problem für Miranda zu lösen. Sozusagen wie eine „leibeigene Mirandas“ .

Peinlich und grotesk finde ich es dann geradezu, wenn das Drehbuch so entwickelt wird, dass Anne im weiteren Verlauf der Story Mitleid für Mirandas Lebenssituation empfinden soll. Mit rotgeränderten Augen sitzt die Herrscherin und Peinigerin vieler Tage und Wochen vor ihr. Nein, sie hat es auch nicht einfach: Herrenmensch Miranda offenbart plötzlich menschliche Züge .

Während eines Gesprächs mit ihrer Chefin im Taxi erkennt Anne schließlich die oberflächliche Armseligkeit dieser Scheinwelt, die auch ihr eigenes Leben langsam zerstört. Ihren Lover hat sie schon verloren. Sie springt aus dem Taxi wirft das verhasste, zermürbende Handy in den gerade vorhandenen Springbrunnen. Wenigsten das geschieht immerhin in den letzten Minuten des Films.

Aber bis dahin wurde uns zuviel an Oberflächlichkeit, Macht, Verlogenheit, Wichtigtuerei und Ignoranz untergejubelt. Falsche Werte sickern hier ebenso wie klug formulierte Lügen in der Werbung in das Unterbewusstsein. Die schamlos-arrogante Selbstbeweihräucherung, das ständige prahlen und protzen der Modewelt überwiegt und blendet alles kritiklos in diesem Film.

Der Unterhaltungswert aber bleibt dennoch bescheiden: Mirandas Gemeinheiten machen mehr oder weniger den ganzen Film aus und wiederholen sich nur jeweils variiert; sie könnten mühelos über drei Stunden und mehr ausgedehnt werden….

Beste Szene: Eine rasante Kamerafahrt und Schnittfolge gleich am Anfang des Films zeigt den furchterregenden Einzug des Scheusals Miranda zu ihren Untergebenen und ihrem Imperium.

Ein Stern für Meryl Streeps wirklich brillante Performance.

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Jazzie ist mein Nickname als Schlagzeuger und Jazzmusiker. Das Colozine Köln News Magazin ist mein Blog. Beruflich bin ich Inhaber einer Internetagentur in Köln und Ostfriesland. Hier fröne ich meinen Hobbys. Ich liebe Smooth Jazz und die USA Jazz Musik Szene. Als Main Stream Jazz Fan sehe ich Harmonie, nicht nur in der Musik, als unser aller höchstes Gut an. Jazz-, Pop-, Hardrock- und Bluesmusik hat die Welt verändert und ist für mich unverzichtbar. Grund genug durch die Welt zu surfen und Ausschau nach guten Music Acts und Musikern zu halten. Ich bin Fan des ersten Fußballclub Köln. Weitere Faibles gelten dem Motorsport,Tennis,Squash und Motorrad fahren. Ich bin Honda Freak und lasse mir gerne den Wind um die Nase wehen. Neben Köln, zieht es mich nach Ostfriesland. Denn dort ist das Meer und ein 243 Jahre altes Haus :-) Bei Fragen oder Fehlangaben auf den Colozine Köln News Seiten hier die Kontaktmöglichkeit Jazzie (Reinhold Packeisen) Oder Mail an info@koeln-news.com :-) Tel.+49 170 90 08 08 74