Innenentwicklung Heidelweg – Das Ding ist durch – Adé Natur

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Innenentwicklung Heidelweg nicht aufzuhalten - Ade Natur, wer braucht die schon
Innenentwicklung Heidelweg nicht aufzuhalten - Ade Natur, wer braucht die schon

Köln- Die Kuh ist vom Eis. Die Innenentwicklung Heidelweg, das heißt der Bau von 35  Wohneinheiten (zweigeschossige Bauweise) ist offenbar nicht auf zu halten. Folgt man der Begründung des Stadtplaungsamtes Köln, (siehe innenentwicklung_heidelweg_begruendung ) dann sind offenbar alle Einwürfe die seit 2013 von den Anliegern eingebracht wurden, inzwischen abgearbeitet.

Im Sinne von, die Bauplaner und die Stadt Köln und sein Bauplanungsamt haben alle Bürger Einwendungen ad Acta gelegt. Die Themen Lärmbelastung, Umweltgutachten, Baumfällungen, sowie Hochwasserschutz wurden geprüft und keinerlei Maßnahmen als erforderlich erachtet. Wer von uns Bürgern hätte auch irgend etwas anderes erwartet.

Wer braucht schon Bäume und Natur in seinem Wohnumfeld
Wer braucht schon Bäume und Natur in seinem Wohnumfeld? Zusätzlich zu den Garagen kommen 34 Wohneinheiten dazu

Und sollten nun, nachdem die Planung nicht mehr offiziell  aus liegt, noch Einwände erbracht worden sein, können wir ganz sicher sein, das auch diese vom Tisch gefegt werden.

Köln braucht Wohnungen

Egal in welche Lücke und egal zu welchem Preis, Köln braucht Wohnungen wie Wasser. Sonst verdursten wir oder stirbt diese Stadt. So und nicht anders muss man es sehen.   Klimaschutz? Brauchen wir nicht? Renauturierungsflächen? Was für ein Unsinn. Hauptsache es werden weiter Flächen verdichtet, wo auch immer sie sich anbieten. Lest Euch mal den Hochwasserplan durch. Nach den Experten, wird es nie und nimmer ein mehr als hundertjähriges Hochwasser in Köln geben und sei es darum, ein paar Schwellen vor den Kellern und Garagen werden das ärgste verhindern. Es läuft im Rathaus.

Sieben Prachtexemplare in dieser Bauweise nur länger und breiter werden die Bäume ersetzen.

Wer braucht schon 25 Bäume?

Das fragten wir Anlieger uns und wollten sie schützen. Dieses Wäldchen. Das Gott verdammte Elend. Das Sauerstoff produzierende Ungeheuer. Doch es kann weg. Der Stadt und den Experten ist das driss egal.  Die Begründung liest sich dann wie folgt, Zitat:

Die Baumschutzsatzung der Stadt Köln (BSchS) beschränkt sich auf den Bereich des Plangebiets. Hierzu wurde vom Büro Lomb aus Bonn eine Baumbewertung (Lomb, „Baumbewertung und Ausgleich Innenentwicklung „Heidelweg“, Köln-Sürth gemäß Baumschutzsatzung Stadt Köln“, Bonn, 12.04.2015) erstellt, in der die betroffenen und zu ersetzenden Bäume bewertet wurden. Der bei einem Ortstermin festgestellte Baumbestand wurde nach Baumart, Stammumfang, Kronendurch- messer, Aussagen über Vitalität, Ersatzpflichtigkeit und über die Anzahl der Ersatzbäume gemäß der Baumschutzsatzung der Stadt Köln bewertet.

Es wurden insgesamt 25 Bäume aufgenommen, wobei die im nördlichen und mittleren Bereich des Flurstückes 78 vorhandenen Fichten, die nicht auszugleichen sind, nicht extra aufgenommen wurden.
Von den 25 dokumentierten Bäumen sind elf direkt von der Planung „Innenentwicklung Heidelweg“ betroffen, da sie innerhalb der im Bebauungsplan festgesetzten Baufenster beziehungsweise der zukünftigen Verkehrs- und Stellplatzflächen stehen. Sie werden im Zuge der Umsetzung der Planung entfernt und sind entsprechend der Baumschutzsatzung der Stadt Köln (Satzung zum Schutz des Baumbestands innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile und des Geltungsbereichs der Bebauungspläne im Gebiet der Stadt Köln) durch Ersatzpflanzungen oder Ersatzgeldzahlung auszugleichen. Der Wegfall der Bäume ist gemäß Baumschutzsatzung der Stadt Köln in erster Priorität innerhalb des Bebauungsplans beziehungsweise im näheren Umfeld zu ersetzen. Als Ersatzpflanzung für gefällte Bäume ist ab jedem angefangenen Meter Stammumfang ein bodenständiger Baum mit einem Mindestumfang von 20 cm in einem Meter Höhe über dem Erdboden auf Kosten des Eigentümers anzupflanzen und zu erhalten.
Aus der staedtischen Baumschutzsatzung folgt, dass alle Nadelhoelzer (ausgenommen Eiben), Saulenpappeln sowie Obstbäume mit einem Kronenansatz unter 1,6 m nicht unter den Schutz der Satzung fallen. Ebenso sind abgängige Bäume nicht zu ersetzen. Auf die im Rahmen der Planung aktuellen elf Fällungen angewendet, sind elf Bäume durch 22 Neupflanzungen zu ersetzen.
Als Ausgleich für den Verlust der ersatzpflichtigen elf Bäume werden innerhalb des Plangebiets sieben Bäume an der Planstraße festgesetzt. Weitere drei Bäume werden in der Spielfläche und sieben Bäume in den nicht unterkellerten Gartenbereichen festgesetzt. Damit reduziert sich der externe Ersatz der gefällten Bäume von 22 auf 5 Neupflanzungen.
Sollten Ersatzpflanzungen nicht möglich sein, wird eine Ersatzgeldzahlung erhoben. Näheres hier- zu regelt § 8 Absatz 3 der Baumschutzsatzung der Stadt Köln.

Also 5 Neue Bäume für ein über dreißig Jahre gewachsenen kleinen Wald. Die Fichte wird grundsätzlich nicht als Sauerstoff Relevant gewertet. So was kappt man in Köln mit links. Eine Fichte/ Konifere/Tanne ist kein Baum und macht keinen Sinn.

Ja, was soll man da noch sagen. Gehabt Euch wohl liebe Gemeinde. Fresst und atmet den Feinstaub, Methan,Kolendioxid, Amoniak und Quecksilber, das herüberweht  aus dem naheliegenden und nicht abschaltbaren Kohlekraftwerk in Niederaußem. Sorgt für noch mehr Verkehr und Chaos im Kölner Süden.

Der Heidelweg ist leider nicht der einzige Offenbarungseid der Stadtplanung. In Köln setzt man auf grenzenloses Wachstum. Wir brauchen Wohnraum  ist die Einzige, aber keine Gute und auch keine logische Erklärung. So lange  es genügend bereits verdichtete Industriebrachen gibt, die nicht um genutzt werden. Das wäre ja auch eine Zumutung für Wohnungsbesitzer an einem andern Ort, als im Kölner Süden zu wohnen. Kalk und Porz und andere nördliche und östliche Stadtteile sind eben nicht „wohnen in Köln“.  Dabei könnte die Stadt Köln  gemeinsam  mit klugen Architekten und alternativen Ideen, in der künftigen Stadtplanung, beispielhafte Geschichte schreiben. Tut sie aber nicht.

Ich füge mich dem  Schicksal und die Dinge nehmen ihren Lauf

Das was ihr plant und tut, ist in etwa so, als wenn ihr euer Auto vor der Tür im Leerlauf laufen lasst, damit die Klimaanlage die Karre schön kühl hält  und die Abgase werden derweil ins Treppenhaus eingeleitet. Sagt euren Kindern, sie mögen doch dieses köstliche Gemisch tief einatmen, sonst wird der Lungenfacharzt und der Allergie Doktor, am Ende noch seinen Job verlieren.

Viel Glück und viel Vergnügen, den künftigen Generationen im Klima Moloch Köln.

P.S. Ich empfehle den Stadtplaneren, Investoren und den künftigen Eigentums Wohnungsbesitzern derweil die nachhaltige  Lektüre von  „Die Menschheit schafft sich ab“, von Professor Harald Lesch. Der nennt Gründe genug, einiges, was grenzenloses Wachstum angeht, zu überdenken und dem zur Folge, nicht unbedingt in Köln wohnen zu müssen.

Mein Standpunkt mag für manchen Leser bitter klingen. Ist es aber nicht. Ich bin stolz den Hafenausbau Godorf mit verhindert zu haben.

Für den Heidelweg konnte keine Mehrheit auf die Straße gebracht werden, weil die Interessenlage zu extrem auseinander ging. Das haben  die Investoren und Stadtplanung, betrachtet man den Zeitraum  von 5 Jahren, kühl einkalkuliert.  Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

Ein wertvoller Beitrag zum Thema Klimaschutz, Flächenverdichtung , Mensch und Umwelt.