Welches sind die größten Beziehungstücken und wie lassen sie sich vermeiden?

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Eine starke Bindung besteht, wenn beide lernen, sich selbst im Wir treu zu bleiben.

Köln- Jede erste Verliebtheitsphase endet irgendwann. Dann zieht der Alltag in die Beziehung ein – und mit ihm die typischen Beziehungsprobleme. Zwar ist die Bindung zum Partner nach wie vor vorhanden. Doch machen beide Liebende oftmals Fehler, derer sie sich nicht bewusst sind. Welches sind die größten Beziehungsfallstricke und wie lassen sie sich vermeiden?

Krankhafte Eifersucht

Eine gesunde Portion Eifersucht ist in einer Beziehung durchaus als normal anzusehen. Liegt hingegen eine krankhafte Eifersucht vor, besteht ein fortdauernder Generalverdacht. Dieser basiert auf keinen realen Geschehnissen. Vielmehr muss der Partner, ohne dass er unangemessene Handlungen an den Tag legt, wie beispielsweise kritische Flirtnachrichten zu senden, grundlose Vorhaltungen über sich ergehen lassen. Schon kurze Treffen mit den Kollegen oder eine freundschaftliche Begrüßung können zu schlimmen Ängsten bei krankhaft Eifersüchtigen führen. In solchen Fällen reicht ein klärendes Gespräch oft nicht mehr aus. Sinnvoller ist es, gemeinsam als Paar psychologischen Rat einzuholen. Auch Eheberater oder Coaches kommen bei krankhafter Eifersucht als Ansprechpartner infrage.

Sexuelle Probleme und die zurückgehende Leidenschaft

Der Beginn einer Partnerschaft ist häufig von Leidenschaft geprägt. Beide Partner können die Augen nicht voneinander lassen, fallen ständig übereinander her. Im Laufe einer langjährigen Bindung wird aus dem fremden jedoch ein vertrauter Körper. Als automatischer Mechanismus lässt die sexuelle Lust nach. Zunächst ist dieser Umstand kein Grund zur Beunruhigung. Doch manchmal erwächst aus der zeitweisen Stille im Schlafzimmer ein handfestes Problem. Es tritt als ein schweres Beziehungsproblem auf, sobald sich die Partner untereinander nicht mehr als begehrenswert einstufen.

Die Gründe, die zu sexuellen partnerschaftlichen Schwierigkeiten führen, sind vielseitig. Finanzielle oder familiäre Probleme, als auch berufliche Stresssituationen können zu sexuellen Durststrecken führen. Lösen lassen sich diese Probleme mit gegenseitiger Rücksichtnahme, ehrlichen Gesprächen und neuen Impulsen. Partner mit unterschiedlich ausgeprägter Libido sollten diesen Umstand akzeptieren. Sind unterschiedliche Bedürfnisse der Grund für die Differenzen, könnte sich das Paar ausprobieren. Oftmals beleben schon kleine Veränderungen, etwa eine ungewöhnliche Stellung oder aufreizende Spitze BHs, das gemeinsame Liebesleben. Ehrliche Gespräche, in denen beide Partner ihre Wünsche offen kommunizieren, sind hierfür die Grundvoraussetzung.

Partner sollten mit ihrer eigenen Unsicherheit klarkommen, anstatt diese zu projizieren und Kontrolle auszuüben.

Zu große Abhängigkeit schadet der Partnerschaft

Keine Liebe kommt gänzlich ohne eine gewisse Abhängigkeit aus. Jedoch gilt hierbei wie in anderen Lebenslagen: zu viel ist nicht gesund. Denn jeder Partner sollte sich zugestehen, autonom zu bleiben – und weiterhin abseits der Partnerschaft sein soziales Netz pflegen. Der Sinn und Zweck einer ausgeglichenen Beziehung besteht nicht darin, im ganzen Sein ausschließlich um den Partner zu kreisen. Abhängige Partner schaden ihrer Beziehung enorm. Nicht nur im Falle einer Trennung oder aufgrund der mangelnden Freiheit. Häufig deutet eine grundlegende Abhängigkeit als Indiz auf eine toxische Beziehung hin. Darunter fallen alle Partnerschaften, die kräftezehrend und energieraubend sind. Sie begünstigen als negative Partnerschafts-Konstrukte körperliche und seelische Erkrankungen wie Schlaflosigkeit, Depressionen und allgemeine Stressreaktionen.

Eine starke Bindung besteht, wenn beide lernen, sich selbst im Wir treu zu bleiben.

Eskalierende Streitgespräche zerstören die Wertschätzung füreinander

Das Geheimnis glücklicher Paare besteht schlicht und ergreifend darin, jederzeit respektvoll und achtsam miteinander umzugehen. Darunter fällt ebenfalls eine angemessene Streitkultur, verbunden mit angebrachten Verhaltensweisen bei Kränkungen und Grenzüberschreitungen.

  • Ein Streit endet häufig so, wie er beginnt. Es ist daher essentiell in einer Partnerschaft, sanft in den Gesprächsbeginn einzusteigen. Ärgernisse oder Beschwerden sollten sachlich ohne Vorwürfe und Schuldzuweisungen vorgetragen werden.
  • Sofern bei Streitgesprächen Eskalationen drohen, kann ein „Rettungsversuch“ das Schlimmste vermeiden. In der Regel startet einer der beiden Partner im Verlaufe des Streits solch einen Versuch. Dafür kommen humorvolle Bemerkungen über sich selbst ebenso in Betracht wie verständnisvolle Gesten. Auch eine gemeinsame Basis – das Problem im „Wir“ zu betrachten – lässt Vorwürfe verschwinden.
  • Ebenso bedeutsam wie eine partnerschaftliche Basis ist es, dem anderen Verständnis und Raum für sich entgegenzubringen. Oftmals schafft ein Schritt zurück etwas mehr Luft und begünstigt, wieder einen klaren Kopf zu bekommen.
  • Ist eine Diskussion zu hitzig, beruhigt eine kleine Pause die aufgebrachten Gemüter. Abendliche oder nächtliche laute Streits sollten Betroffene besser auf einen späteren Zeitpunkt am nächsten Tag verschieben.

Falsche Prioräten verspielen das Vertrauen

Niemandem gefällt es, bei den Prioräten liebgewonnener Menschen ganz weit unten zu stehen. Obwohl der Partner nicht zum alleinigen Dreh- und Angelpunkt des Lebens erhoben wird – einen wichtigen Stellenwert sollte er oder sie haben. Falsche Prioritäten können gewonnenes Vertrauen zerstören und dem Partner das Gefühl geben, unwichtig zu sein. Nicht umsonst lautet der Leitspruch der Ehe „in guten wie in schlechten Zeiten“. In Krisenzeit gilt es abzuwägen, wann die Partnerschaft vor allen anderen Dingen an erster Stelle steht.

Vergleiche mit dem oder der Ex gehören nicht an den aktuellen Partner herangetragen.

Vergleiche mit dem oder der Ex gehören nicht an den aktuellen Partner herangetragen.

Die guten Dinge innerhalb der Partnerschaft vergessen oder übersehen

Am Anfang einer Beziehung überschütten sich die Partner mit Komplimenten. Sie danken einander für kleine Dinge. Im Laufe der Jahre gerät diese schöne Verhaltensweise in Vergessenheit. Stattdessen beginnen die Partner, einander häufiger zu kritisieren. Dann werden die guten, lobenswerten Dinge in der Partnerschaft oft übersehen. Sofern der Partner das Gefühl vermittelt bekommt, dass seine Mühen auf taube Ohren und Augen stoßen, leidet er. Die Lösung dieses Problems heißt, dankbar zu sein. Dank kann in allen Formen und Facetten Ausdruck finden: als liebevolle Nachricht am Morgen, zärtliche Berührung oder kleine Aufmerksamkeit. Betroffene sollten sich und dem anderen durch diese Gesten vergegenwärtigen, was der Partner alles für die Beziehung leistet.

Partner verändern wollen

Perfektionistisch veranlagte Frauen neigen dazu, ihren Partner nach ihrem Geschmack verändern zu wollen. Wenn der Versuch gelänge, widerspräche das Ergebnis dem Wesen des Partners. Einst war er schließlich der Mann, in den sich die betroffenen Frauen Hals über Kopf verliebt haben. Selbstverständlich ist konstruktive Kritik innerhalb einer Beziehung gut und gesund. Nur sollte sie darauf ausgerichtet sein, den Partner mitsamt seinen Zielen und Vorstellungen weiterzubringen – nicht darauf, ihn oder sie zu verändern.

Schwächen verstecken

Eine Partnerschaft gedeiht nur dann, wenn beide bedingungslos ehrlich zueinander sind. Solche Ehrlichkeit bedeutet keineswegs, rundum perfekt zu erscheinen. Denn häufig liegt mangelnde Selbstliebe dem perfektionistischen Verhalten zugrunde. Versteckt sich der Partner fortlaufend hinter einer Fassade, glaubt er, für sein wahres Selbst weniger geliebt zu werden. Partner sollten sich also von Anfang an offenbaren, wie sie sind – mit all ihren Stärken und Schwächen. Nur so lernen sie sich wirklich kennen und entwickeln zueinander eine tiefe wie vertrauensvolle Bindung.

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