24. X-MAS Soulnight in Wuppertal brennt ein musikalisches Feuerwerk ab

5934

Köln- Pech für die Wuppertaler die für gestern und heute keine Karten für die „24. Xmas Soulnight „bekommen haben, oder etwas anders vorhatten, denn es entgeht Ihnen ein Soul- Rock Feuerwerk der Spitzenklasse. Als Gast einiger Top Konzerte mit internationalen Stars der Musikszene in diesem Jahr, durfte ich tolle Gigs erleben. Doch der gestrige Abend im Cafe Ada stellt einige  in den Schatten, weil er sehr außergewöhnlich war. Eine perfekte Band rund um den Wuppertaler Pianisten Ulrich Rasch begleitete fünf Sänger/innen, die gestern so gut wie noch nie, für drei Stunden mit feinsten Soul und Funk den Saal rockten.

Erst einmal wurde ich bei der Anreise aus Köln vom berühmten Wuppertaler Regen erwischt.Vom Parkplatz an der Hochstrasse  bis ins Cafe Ada musste ich eine erfrischende Regendusche hinnehmen,denn welcher Kölner hat schon einen Regenschirm dabei.

Xmas Soulnight Band
Xmas Soulnight Band

Ein kühles Bierchen und schon startete Teil I der  Soulnight Party  ungewohnt pünktlich im Saal über dem Cafe. Als ich vor die Bühne kam, war in den ersten  Reihen noch angenehm viel Platz. Den Vorhang, der früher eine gewisse Spannung vor dem Konzert der  X-mas Band verbreitete (gemeint sind die Anfänge im Arrenberger Forum) ist ja entfallen und doch lag eine starke Spannung in der Luft. Von wegen Holy Night und Holy Horns, eben die  Begrifflichkeiten die uns suggerieren, das da gleich der Santa Claus und Engel in den Saal schweben werden. Ja und mit einem mächtigen Groove startet der Soul Express in die Wuppertaler Nacht.

 Sabine Heil und Wrecia Ford
Sabine Heil und Wrecia Ford

Vor allem die Entwicklung der Band in den letzten fünf Jahren muss man deutlich hervorheben. Das perfekte Zusammenspiel der Groove oder besser Rythmus Section mit Hendrik Gosmann (bass), Chris Mohrhenn (drums) und Yoni Vidal an der Gitarre ist ein echter Ohrenschmaus und sichert der Gesangsriege inzwischen ein perfektes Fundament.

Juliette „Jewl“ Brans, die wie immer Energie und gute Laune pur versprühte, ließ ihrer Lebensfreude freien Lauf. Mich überraschte sie gestern mit „Treasur“ und einigen anderen modernen Soul Hits einmal mehr. Wobei gestern ihre Stimme eher bei den Balladen mit dem leichten Jazzhauch erst richtig zum tragen kam. Die gesangliche Konkurrenz  war gestern aber auch bestechend stark. Besonders gefallen hat mir ihre Bühnen- und Tanzkraft, die das Publikum zwei Stunden lang nach vorne trieb. Eine tolle Show in  ihrem Weihnachtswohnzimmer  CAFÉ ADA!

Julliette Brans
Julliette Brans

The Caribean Velvet Rock“ Kenneth King war gestern eine ganz besondere Erscheinung. Ich meine damit nicht nur die geilen roten Lackleder Stiefelchen. Das männliche  Mode Modell „Jorge Gonzalez“ wäre blass geworden vor Neid wie gut der Junge damit auf der Bühne tanzte und sang. Die passten nicht nur genial wie “ die Faust aufs Auge“ zum Outfit von Kennth, sondern vom ersten Ton an  ging das sympathische  Voice und Action Talent zur Sache.

 Kenneth King and his red shoes
Kenneth King and his red shoes

Mit Volldampf  kam er auf die Bühne, voll  auf  „Party Time“ gepolt und ich muss sagen, er brachte die Party nicht nur mit seinen persönlichen Liedbeiträgen im Soulnight Programm auch in Gang, sondern sein Entertainment und die coolen Moves waren ein richtiger Hingucker.

Kann man überhaupt eine  X-MAS SOULNIGHT  in Wuppertal mit Reggae erobern? Na ja.  23 Jahre war dieses karibische Musik Genre komplett ausgesperrt.. Doch gestern lieferte Kenneth King den Beweis, das man mit der richtigen Band im Rücken, besser als das Original Bob Marley  and the Wailers  sein kann. Eine Druckwelle erfasste den Raum bei „Could you be Loved“. Der King stand am Bühnenrand, rappte  und stepte wie der Bär und riss das Publikum in einen wahrhaften Tanztaumel. Respekt. Hammer Stimme. Hammer Show. Bitte noch mal. Das war der Augenblick, als die Gäste im Cafe Ada  an diesem Abend,entschieden eine  Zugabe forderten.

DSC_2152

Ja und dann kann ich natürlich  Soul-Diva Sabine Heil nicht unerwähnt lassen. Diva!? Papperlapapp. Auf mich wirkte sie eher bescheiden. Die markige  Stimme  dagegen hat mich beeindruckt.  In den Fußstapfen von „Baby Jean“ Kennedy (Mothers Finest) und Anastasia brachte sie zwei Hammer Nummern auf die Bühne. Diese Extra Klasse Stimme gab dem gestrigen Abend einen besonderen Kontrast. Überhaupt die Gesangsfront auf der Bühne ergänzte sich genial.  Ob Lead Gesang oder Backgrounds, die musikalischen Arrangements  im Programm setzen jeden Sänger mit seinen Stärken in Szene.

Sabine Heil
Sabine Heil

Fast eine halbe Stunde beschäftigte mich der Gedanke, ob  Xmas Soulnight Organisator Ulrich Rasch die schwarze Lady auf der Bühne nur als Background Sängerin einsetzt.  Mir war  die sympathische Wrecia Ford die bis dahin unbekannt, denn sie stand zum ersten Mal bei der  X-MAS SOULNIGHT  auf der Bühne. Als sie dann ihren ersten Song vortrug und den Mund so richtig aufmachte, war ich echt erstaunt.Jetzt war mir klar warum sie ins Ensemble eingeladen wurde.Ihre markige Röhre erfüllte den Raum und nahm das Publikum in bester Soul- und Gospel Tradition gefangen. Sie sang und tanzte sich gestern Abend ganz sicher in die Herzen des Wuppertaler Publikums.

 Lady Wrecia Ford
Lady Wrecia Ford

Hier sieht man Lady Wrecia in Action mit Yoni Vidal an der Gitarre.

Wrecia Ford  und Yoni Vidal
Wrecia Ford und Yoni Vidal

 

Nass geschwitzt gönne ich mir eine Rauchpause auf der Wiesenstrasse und höre, das ich nicht allein bin mit meiner Meinung, das da drinnen der Bär steppt.Als ich zurück in den Saal komme, fegt mich direkt die wahnsinnig gute Stimme des “ Special Guest“  aus Schwelm-  Kathrin Eggert- weg. Ich dachte im ersten Augenblick,ich hätte in der Programmankündigung Tina Turner überlesen, denn was was von der Bühne in den Saal tönte klang  echt wie das Original.

Kathrin Eggert Soulstimmen Powerpaket
Kathrin Eggert Soulstimmen Powerpaket

Ein heißer Tipp: Bitte unbedingt bei „The Voice of Germany“ bewerben. Bis ins Halbfinale reicht es allemal. Danach entscheiden die Sympathiewerte beim Publikum  und  da kann ich direkt hier schon ein paar Bonuspunkte vergeben. Einen Itunes Download würde ich mir ebenso sofort ziehen. Die junge Frau hat eine dermaßen starke Stimme, die ihre Krönung an diesem Abend  in einer Pop Balade gemeinsam mit Juliette Brans fand.

Dort brachte sie im „Battle“, damit meine ich die Stimmschlacht zweier gleichstarker Sängerinen, was natürlich nicht wirklich stattfand, sondern eher witzig gemeint ist, noch einmal besonders zum Ausdruck, was für ein ungeahnter Krach aus einem so zarten Körper auftauchen kann. Krach ist natürlich auch vollkommener Quatsch, denn ich meine Lautstärke und Klangvolumen. Frau Eggert:“Kompliment ihre Voice ist ein echter Hammer! Und Ihre gleichermaßen starke Bühnenpräsenz sind für einen „nicht“ Profi gewaltig.“ Das hat mir richtig gut gefallen.

Kathrin Eggert Soulsängerin Schwelm
Kathrin Eggert Soulsängerin Schwelm

Dann gab es ein weiteres musikalisches Highlight. Angekündigt wurde er  als der  STING aus Barmen. Und richtig er sang und inszenierte mit der X-mas Band gemeinsam, eine extra coole Fassung des Sting Songs  „Roxanne“.  Frank Walter, Gitarrist und Sänger aus dem Wuppertal, ließ uns Gäste für mehr als drei Minuten vergessen, das es unter Umständen je eine bessere Original Version dieses Song gegeben hätte. Aber auch die anderen Songs: Goil!

Frank Walter Gitarre und Gesang Wuppertal
Frank Walter Gitarre und Gesang Wuppertal

Was wäre die Soulnight ohne die weltberühmten „THE HOLY HORNZ“ ?

Wieder einmal schlug das Weihnachts-Soul Bläser Ensemble volle Kanne auf das Publikum ein. Wieder einmal fetzten sie  ihre Bläser Sätze und Solos mit absoluter Perfektion in die Menge. Einfach Klasse!Die Bläser sind für mich ohnehin das Salz in der Suppe der Soulmusik. Ohne Gebläse würde diese Musik nur halb so gut klingen.

Christoph Wasserfuhr (trb) und Dietrich "Ditchy" Geese (trp) Markus Gärtner(sax)

Christoph Wasserfuhr (trb) und Dietrich „Ditchy“ Geese (trp) Markus Gärtner(sax)

Dietrich Geese (trp) ist genauso lange im Bläsersatz der Soulnight vertreten, wie ich vor der Bühne stehe und er wird mir zustimmen: Die 24 Soulnight muss man als etwas ganz Besonderes in der ganzen langen Geschichte der Musikreihe vor dem heiligen Abend sehen.

By the way kleine Story am Rande. Zwei Jugendliche im Publikum tauschen sich aus und ich erfahre, das sie von ihren Eltern in die Veranstaltung geschleift wurden. Boa wie Langweilig würde mein Sohn sicher auch sagen.

Doch als ich diesem heute Morgen erzählte das es „Treasure“ von Bruno Mars gab, erschienen leuchtende Punkte in seinen Augen. Na schauen wir mal ob er vielleicht zum 25 Jubiläum dabei ist.  Mittlerweile läuft  in Wuppertal ja bereits die dritte Publikums Generation bei der Soulnight auf. „Das ist schon etwas besonderes, auf das wir mächtig Stolz sind“, sagte mir Ulrich Rasch nach dem Konzert.

 Markus Gärtner
Hervorheben möchte ich beim Bläsersatz Markus „Chancy“ Gärtner und seine Saxophon Solos. Er sticht einfach aus den „Holy Hornz“ hervor. Manno Mann, was der gestern wieder raus gehauen hat. Unglaublich!

Ich glaube wenn der Luft holt kneifen die Holzblätter im Mundstück schon vor Ehrfurcht die Arschbacken zusammen und bringen selten gehörte Töne, nicht nur beim überblasen zum Vorschein. Er ging gestern seinem Namensattribut entsprechend zu Sache und spielt wirklich „riskant“ nach vorne. Dabei schlug seine unglaubliche Energie wieder voll bei mir auf. Leider hat der Mann am Mixer dem Sax teilweise etwas zu viel Hall aufgemischt. Das fügte der  Power der Solos letztlich keinen großen Schaden zu. Einmal mehr gab es für „Chancy“ verdient großen Beifall für großes Kino.

Und auch Christoph Wasserfuhr (trb) traute sich ganz bis an den vorderen Rand der Bühne uns zeigte uns wie wichtig doch eine Posaune als Soloinstrument sein kann. Kompliment es hat tierische Spaß gemacht.

Christoph Wasserfuhr (trb)
Christoph Wasserfuhr (trb)

Mein ganz persönliches Highligt war einmal mehr Yoni Vidal.

Zum einen hat er leider nur zwei Songs gesungen.Schade.Denn von ihm hätte ich gerne noch etwas mehr gehört. Seine wunderschöne Stimme nimmt mich immer wieder total gefangen. Zum anderen hat sich sein Gitarrenspiel in den vergangenen fünf Jahren fulminant noch vorn entwickelt. Man spürt förmlich wie er, die für den Soul und Pop entscheidend wichtigen Gitarrenelemente lebt. Die Riffs sitzen und werden von Mal zu Mal noch perfekter wiedergegeben. Das tut der Musik und dem Groove ungemein gut.

Yoni Vidal Vocal and guitar
Yoni Vidal Vocal and guitar

Neben Yoni Vidal hat auch der Soulnight Drummer Chris Morhenn einen weiteren Entwicklungssprung gemacht. Sein absolut solides Schlagwerk rockte den Abend. Von der ersten bis zur letzten Sekunde war sein Beitrag ausnahmslos Fehlerfrei und absolut perfekt. Er ist inzwischen nicht nur der Motor der Groove Section, sondern hält geschickt und konzentriert mit Augen und Ohren die Fäden in der Hand. Ich habe die Namen ruhmreicher Drummer, die einst bei der Soulnight an den Drums gastierten, komplett vergessen. Der Chris gehört da einfach hin und sein Zusammenspiel, seine Akzente, mit Hendrik Gosmann am Bass und den Holy Hornz gemeinsam, sind eine Bank. Egal ob Pop Soul oder Rock, das „Gretsch“ und die diversen Snares für verschiedene Songs,es knallt, klingt geil und passt einfach.

DSC_2307

Das Fürther „Bass Monster“  Hendrik Gosmann rockte in  unverkennbarer Manier den Ada- Saal mit Mega fetten Tönen. Mehr muss ich eigentlich nicht erzählen, oder?
„Jooo.. der war schon immer gut der Hendrik“, sagen draußen vor der Tür ein paar Kenner der Soulnight.“Deswegen bin ich extra gekommen“,meint ein anderer.“Und, er ist noch viel viel besser geworden.“ Sage ich und ernte ein freundliches Nicken in der Runde.
Ob das an der Luftveränderung oder am guten Leben in Bayern liegt? Ich weiß es nicht. Aber das, was sein Daumen inzwischen in die Bass  Saiten klopft, ist so was von unglaublich heftig, das es zumindest mich schier aus dem Häuschen bringt.

DSC_1668

Da knarzt und brummelt es aus den Boxen, das es eine wahre Freude ist. Er jagt mit dem Daumen die Töne aus seinem 5 Saiter in den Saal, die das Tanzbein erst so richtig in Bewegung bringen. Und der Saal kocht. Die Luft ist so heiß, das der Ex Wuppertaler die Stiefel weg lässt und auf Socken spielt. Ein Tipp den ich an andere Bass Spielern weiterrecihe. Probiert es doch mal auf Socken oder Barfuss – anscheinend ergibt sich aus dem Faktor -„Barfuß auf der Bühne“- noch einmal eine besondere Erdung. Es gibt Sänger/innen die nur Barfuss auf die Bühne gehen.

OMG, soviel Musiker und Künstler auf der Bühne und über jeden lässt sich etwas sagen. Last but not least, fehlt ein Satz zum musikalischen Direktor und Pianisten der Show: Ulrich Rasch.

Na nur ein Satz wäre echt zu wenig. Ulrich Rasch geht stets konzentriert zur Sache und ohne Ihn, wäre dieser Musik-Event Jahr für Jahr gar nicht möglich. Er ist der eigentliche Motor der Soulnight. Ein Motörchen das bisher zuverlässig vierundzwanzig Jahre seinen Dienst tat. Ein Oldtimer? Nö. Stets läuft das Ding ohne Startschwierigkeiten, ohne stottern und spotzen, oder berühmt berüchtigter Fehlzündungen, jedes Jahr mit frisch lackierter Karosse auf. Und hat nach hinten raus, genug hat es genug Zunder und Power, um auf der Zielgerade an ähnlich gearteter Soul Konkurrenz vorbei zu ziehen.  Auch unter extremen Bedingungen tut es verlässlich seinen Dienst. Und extreme Situationen gab es oft in der Geschichte der Soulnight.

DSC_1521

Da war schon oft der Ausfall eines geplanten „Special Guest“ zu kompensieren. In letzter Sekunde wurden Songs trotz erfolgter Proben kurzfristig verschoben. Genauso mußte sich Herr Rasch mit „ungeübt“ seiner Musiker abfinden, weil nicht alle Bandmitglieder als Musik Profis arbeiten. Das übliche Leid eines Bandleader eben, meint ihr? Daneben. Er hätte es sich auch leicht machen können der Herr Rasch. Was er jedoch nie tat.

Nie gab es in 24 Jahren ein Musikprogramm, das wegen des Erfolges von der Soulnight Band bis zum bitteren Erbrechen wiederholt wurde, nur,  um Jahr für Jahr den Konzertsaal zu füllen. Dafür ein herzliches Dankeschön.

Nein Herr Rasch liebt es sich immer wieder auf neuem Territorium zu bewegen. Mit heißer Nadel gestrickte Programme an das Publikum zu bringen.  Ganz nach dem Motto: „diesen Song wollte ich immer schon mal spielen“ wurden auch die Gäste der Soulnight immer wieder mit dem Ungewohnten und Unerwarteten  konfrontiert. Nie Mainstream. Nie wird das gemacht, was viele Bands machen- auf Nummer sicher gehen. Genau das macht die Soulnight aus. Der Esprit der Soulnight rührt ein Stück weit aus den musikalischen Experimenten mit den vielen verschiedenen Sängern und Stilrichtungen und macht den besondern Reiz dieses Event aus.

DSC_1685

Und das Publikum! Wuppertal ihr seit Klasse! Auch wenn etwas in die Jahre gekommen, Ihr gebt seit Jahren immer Euer Bestes. Ich hoffe wir sehen uns gesund und munter zum 25. Jubiläum im Dezember 2014.

Ich danke Klaus Dieter Hillger für die tollen Fotos mehr Bilder findet ihr auf seiner Homepage.

Ich danke der X-mas Soulnight Band für drei Stunden Musik Abenteuer und ein fantastisches Konzert. Ja ich gestehe, wenn es etwas gibt das mich neben meinem Enkel und meiner Tochter nach Wuppertal lockt, dann ist es die X-mas Soulnight.

THX for the big musical support at all the not german speaking musicians. It was a great and big event and a main pleasure in beiing your guest in 2013 soul night.