Lutz Krajenski Band feat. Darryl Smith „Tribute To Barry White“

1517

Köln – Nicht so sehr wegen Barry White, sondern wegen Musikern wie Krajenski und Bruno Müller war dieses Konzert im Alten Pfandhaus Köln am 31. Januar 2020 für mich fast „Pflichtprogramm“. Den Gitarristen Bruno Müller erlebte ich in einigen Konzerten jüngerer Zeit, aber Lutz Krajenski kenne ich seit 2006.

Die Besetzung mit  Lutz Krajenski: Keyboard/Hammond / Darryll Smith: Gesang
Bruno Müller: Gitarre / Arnd Geise: Bass / Hendrik Lensing:Schlagzeug

Es waren jene Jahre, in denen Roger Cicero mit seiner „fantastischen Big Band“ durch Alben wie „Männersachen“ oder „Artgerecht“ in wenigen Jahren riesige Popularität erreichte und große Konzerthallen füllte. Krajenski war von Anfang an dabei als Bandleader, Pianist und hochbegabter Arrangeur. Als Pianist und vor allem an der Hammondorgel hatte er in den Konzerten stets schiere Begeisterung ausgelöst.

Mit den neuen Krajenski-Arrangements wurden dem wohligen Schmuse-Soul-Sound des Barry White mitreißender Groove und Funk sehr erfolgreich beigefügt. Dazu trugen maßgeblich die längeren Soli der vier Musiker bei.

Bruno Müller überzeugte mit seinen improvisatorischen, weichen bis harten Gitarrenriffs. Lutz Krajenski förderte explizit mit seinen furiosen Alleingängen sein Talent zu Tage. Zunächst einfühlsam angesetzt, kam es mit hartem Drive schnell zu diesen anhaltenden, unfassbar dynamischen Tönen der Hammondorgel, die den Zuhörer akustisch überwältigen. Auch Bassist Arnd Geise sowie Schlagzeuger Hendrik Lensing überzeugten mit ihren starken Soli.

Mit Darryll Smith hatte dieser „Barry-White-Tribut“ einen adäquaten Sänger. Auch wenn seine warme, dunkle Stimme natürlich nicht an die eindrucksvolle, extrem tiefe Basslage eines Barry White heranreichte.

Das musste auch nicht oder war kein Nachteil: denn neben den zwar immer zündenden, jedoch musikalisch relativ schlichten White-Kompositionen hatte Darryll Smith im Verlaufe des Konzerts genügend Gelegenheit, sich mit Songs von Stevie Wonder und anderen Titeln gesanglich viel souliger und virtuoser darzustellen. Hervorzuheben ist hier die grandiose Version von „Georgia On My Mind“. Ray Charles machte diesen Jazzklassiker von 1930 zum Welterfolg. Seine 1960 eingespielte Version wurde sogar 1979 zur Nationalhymne des Bundesstaates Georgia erklärt.

Darryll Smith sang den Song nicht nur „genregerecht“, sondern konnte in seiner inspirierten Herangehensweise mit raffinierten Phrasierungen in allen Tonlagen glänzen.

Aber natürlich beherrschten neben den wenigen ruhigen Stücken die rhythmischen bis stark groovigen Songs das Konzert. Die Stimmung im randvoll besetzten Pfandhaus war dementsprechend begeisternd – Applaus gab es lange und reichlich. Zu Recht – denn Musiker und Sänger überzeugten mit viel Spielfreude, abwechslungsreicher Performance und perfektem musikalischem Zusammenspiel.