Sabine Müller Grüne/Bündnis90 kann und will mehr als Klima und Umweltschutz

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Köln Sürth – Sie hat zwar Klima und Umweltschutz als Hauptslogan auf Ihrer Fahne stehen, die Bündnis90 /Grünen Kandidatin für den Kölner Süden Frau Dr. Sabine Müller, aber es bewegen sie auch noch ein paar andere wichtige Themen in Sachen Politik. Es gibt zwar Webseiten und Prospekte zur Wahl ohne Ende, doch ein persönliches Gespräch hat dann ja doch eine etwas andere Dimension.

In der Papier- und Netzform kommt sie schon recht beeindruckend daher, doch wie ist sie wirklich? Das konnte ich zumindest heute in einem persönlichen Gespräch mit ihr erfahren.

Wir trafen uns an den drei Denkmal geschützten Linden in Köln Sürth. Erstaunlicher Weise war sie, weil unerwartet und ungeplant, trotzdem direkt und spontan bereit mir meine Fragen zu beantworten.

Ich bin halt wie viele andere Wähler heutzutage nicht so informiert. Ich kenne inzwischen die Plakate die im Süden aushängen, doch Bilder mit lächelnden Gesichtern und Slogans, sagen mir schon lange nichts mehr. Deshalb meine Serie: „Bürger fragt Politiker im Kölner Süden antworten“

So war meine erste neugierige Frage, die man ja den Wahlplakaten nicht entnehmen kann:
Wie lange machen sie schon Politik für Köln?

Freundlich lächelnd sagt sie mir.“ Ich bin eigentlich durch die Proteste gegen den Hafenausbau in Godorf erst so richtig in die Politik gekommen und seitdem bei den Grünen, das sind jetzt mehr als 10 Jahre.“

Nun das sie gegen den Hafenausbau ist stösst natürlich bei mir als Sürther sofort auf ein angenehmes Gefühl und trotzdem frage ich sie: Bleiben Sie denn jetzt dabei, das der Hafen nach wie vor nicht ausgebaut wird?

Es folgt ein kurzes Augen aufblitzen dem eine klare Antwort folgt: „Ich will nicht das der Hafen ausgebaut wird und da sind wir uns in der gesamten Partei einig!“

Das erspart mir die Frage: Was erwartet uns Bürger im Kölner Süden an Unterstützung durch ihre Partei, das es nach wie vor beim NEIN zum Ausbau des Hafen Godorf bleibt? Diese Frage berührt mich halt persönlich sehr und mir ist es wichtig, das ich die klar beantwortet bekomme.

Das finde ich schon mal beruhigend und merke das der Pegel meiner Aufregung sinkt, denn wer ist nicht angespannt, wenn er einem Politiker gegenüber steht.

Vor allem, wenn es um für uns Bürger aufregende Themen rund um den Rheinbogen und Köln geht. Die Fragen sind zwar je nach Altersgruppe und sozialem Lebensbedingungen unterschiedlich, das weiß ich genau und doch gibt es auch eine Schnittmenge quer durch alle Schichten.

So stelle ich jetzt zwei wichtige Fragen zum wichtigsten Gesprächsthema aller Eltern mit Kindern und werdenden Erwachsenen in Sürth Weiß und Rodenkirchen: Bleibt es beim Verzicht auf Studiengebühren?

Und auch hier wird mir die Frage mit einem klaren- „Ja“ beantwortet.
Überhaupt wird mir Sabine Müller in ihrem Verhalten, der mir persönlich geschenkten Aufmerksamkeit, immer sympathischer. Das freundliche Lächeln auf den Wahlplakaten scheint offenbar ein Bestandteil ihrer Persönlichkeit. Es ist warm und gewinnend und ich gestehe, sie gewinnt gerade ein paar Bonus Punkte.

So fahre ich mit meinem Fragenkatalog fort:
Was erwartet uns beim Ausbau der Schulen und Kindergärten im Kölner Süden?

Sabine Müller: “ An der jetzigen Situation müssen wir dringend etwas ändern.Überhaupt müssen und wollen wir was Bildung angeht, noch viel mehr tun als bisher. Kinder sind das Beste was wir haben und dafür brauchen wir beste Kita Plätze und eine hochwertige Betreuung.“

Ich merke an dieser Stelle an- das sich das für mich als Vater natürlich sehr erfreulich anhört. Es klingt aber nicht wie ein Slogan, sondern ich spüre genau das sie, gerade frisch gewordene Oma, aus eigener Erfahrungen spricht. Sie kennt sich bedingt durch die eigenen Kinder mit der Kölner Schulsituation und dem Bildungssystem in NRW gut aus.

Hier spricht einfach die Frau und Mutter. Das ist souveräne sichere Ausstrahlung, ebenbürtig einer Hannelore Kraft und anderer Politiker Frauen, die man heutzutage in TV Talkrunden verfolgen kann haben.

Jedoch die nächste Frage steht im Raum: Was erwartet uns bei der Kölner Stadtentwicklung? Wann bekommen wir Bürger mehr Einsicht in Bau – Planungen der Städte und Gemeinden, denn ich wünsche mir einfach mehr Transparenz?

Sabin Müller: “ Das geht mir nicht anders und wir Grünen haben den Daumen bei der Stadt ja bereits in die Wunde gelegt. Es ist aber nach wie vor recht schwierig Dinge in Erfahrung zu bringen. Das sieht man ja an den Linden bei denen wir jetzt stehen und beim Hafenausbau.

Da ist viel Kleinarbeit und ständiges Nachhaken erforderlich. Ein Grund für uns Grüne, dafür zu sorgen, das sich das in Zukunft ändert. Wir stehen für mehr Transparenz. Ich stehe auch für klare Regelungen, das nicht jeder Privatmann auf seinem Grund machen kann was er will und Bäume ohne vernünftige Begründungen einfach entfernt werden dürfen.
Den Bürgern muss die Möglichkeit gegeben werden, rechtzeitig und vorher in die Planungen und Bauvorhaben der Städte Einblick zu bekommen, bevor vollendete Tatsachen geschaffen werden. Es müssen auch verbindliche Ersatzregeln her, die denn Nachteil durch die Baumrodungen, für die Umwelt und das Klima der Zukunft ausgleichen.“

So lautet meine nächste Frage: Wie steht es mit den Studiengebühren?
Sabine Müller : „Von der Basis bis in die Spitze der Partei stehen wir nach wie vor hinter unserem Entschluss, das Bildung frei sein muss.“

Frau Müller hat klare Standpunkte, die sich im weitesten Sinne im Einklang mit den Aussagen und Handlungen der Grünen seit der letzten Wahl befinden. Ich spüre das sie sich auf sicherem Terrain bewegt. Offenbar genau der Grund warum sie bei den Grünen und nicht woanders agiert.

Ich merke das mir gerade das Thema Koalitionen und Piraten einfällt. So Frage ich dann keck: Wird es eine Koalition mit den Piraten geben?

Sabine Müller antwortet sicher und spontan wie aus der Pistole geschossen: „Nein soweit ich das sehe nicht. Die Piraten selbst haben ja gesagt, das sie sich über Koalitionen nicht im klaren sind. Die Piraten haben ohnehin noch keine Stellung bezogen, zu den politischen Themen, für die ich mich engagiere. Ich fände das zum jetzigen Zeitpunkt nicht gut. “

Heimlich still und leise bekenne ich mich gedanklich an dieser Stelle: Dieser Standpunkt gefällt mir.

Ich erspare der Grünen Kandidatin meinen Standpunkt zum Thema Piraten nicht. Sie hört mir aufmerksam zu. Ein Politiker der zuhört ist für mich etwas ungewohnt. Zumindest die männlichen Pedants sind da ganz anders unterwegs.
Sabine Müller führt eine Kommunikations Art und Weise, die mir sehr sympathisch ist. Ich spüre kein Drängen. Keine Ungeduld.Trotzdem der Wahlkampf nur noch wenige Tage dauert und sie viele Termine hat. Respekt!

Doch lassen wir statt meiner Meinung zu den Piraten dann doch lieber Sabine Müller zu Wort kommen und zwar zu der für einen Künstler, Musiker und freischaffender Menschen wichtigen Frage:
Wie steht es mit der Förderung von Kunst und Kultur in den Städten und Gemeinden, die ja in den letzen Jahren mehr und mehr abgebaut wird?

Sabine Müller: „Die Kassen sind ja bekanntlich leer. Die Finanzsituation in Köln ist dramatisch, wie auch in vielen anderen Kommunen. Mir liegt die Förderung von Kultur und Kunst sehr am Herzen. Wir fordern Entlastung durch den Bund vor allem bei den Sozialausgaben. Das kann über eine höhere Erbschafts- und Vermögenssteuer erreicht werden. Daran werden wir Grünen sehr stark arbeiten. Kunst und Kultur sind ein wesentlicher Bestandteil des sozialen Lebens.Wenn die Stadt mehr Geld zur Verfügung hat, kann man dafür auch wieder Geld ausgeben.

So folgt dann die für einen Kölner wichtige Frage und die betrifft den Ausbau und Sicherheit der Fahrradwege. Ich persönlich beobachte mit erschrecken die vielen Unfälle in allen Stadtteilen Kölns mit Zweiradfahrern.

Ausbau und Sicherheit der Fahradwege in Köln wie steht es damit?

Sabine Müller: Ja, ich will vernünftige Radwege für Kinder und ältere Menschen, aber gleichzeitig muss es schnellen RadlerInnen ermöglicht werden, auf der Fahrbahn zu fahren, also ohne Radwege-Benutzungspflicht . Derzeit ist nur die eine oder die andere Option möglich. Nur ganz selten wird es dem Radfahrer freigestellt, ob er/sie lieber den Radweg nutzt oder lieber die Fahrbahn. Das ist nämlich das Komfortabelste und auch sicherste für eine steigende Zahl von ZweiradfahrerInnen.

So kann ich dann auch direkt die nächste Frage abschießen. Aktuelles Thema für mich: Die CDU in Sürth verwendet in ihren Wahlkampf hier in Sürth das Thema
Förderung von Elektromobilität.
Wie stehen Sie zum Ausbau und Förderung der Elektromobilität?

Sabine Müller: „Ich werde mich gleich selbst auf dieser Veranstaltung informieren. Natürlich sind die Grünen für Elektromobilität. Ich würde mich freuen wenn mehr Menschen vom Vierrad in den ÖNVP und aufs Rad wechseln würden. Für die CDU mag das Neuland sein, wir Grünen sind schon lange Förderer dieses Gedanken.

Ich merke das die Zeit drängt und so lasse ich eine für mich wichtige Frage vom Stapel: Was ist ihre persönliches politisches Hauptziel?

Sie lacht und reicht mir eine kleine Broschüre auf der steht: Klima und Umweltschützerin.

Damit hat sich die Frage ja auch schon erledigt. Ich verabschiede mich und Frau Müller radelt davon.

Was bleibt für dich den Wähler?

Das Bild auf dem ein Plakat verwandelte sich gerade eben in einen lebendigen Menschen. Ich empfand Sabine Müller nicht als blabernde, Sprüche klopfende Politikerin.
Bei mir wirkt Sie nachhaltig. Sie ist ehrlich und handelt ,so zumindest erfahre ich das, aus einer tiefen inneren Überzeugung für ihre Themen. Sie besitzt sozialen Weitblick und strahlt Ruhe, Gelassenheit aber auch viel Freude an der Sache aus. Ich würde mich freuen, wohnte sie im gleichen Haus als Nachbarin.

Ich kann sie mir sehr gut als kompetente Teilnehmerin interessanter politischer Gesprächsrunden, aber auch genauso als Hüterin meiner Kinder vorstellen, die würde ich sie ihr zu Obacht geben, dort sicher und gut aufgehoben sein würden.

Also würde mich jetzt ein Nachbar in einer Gesprächsrunde fragen: Was wählst du? So könnte ich beruhigt antworten:

Ihr könnt Grün und Sabine Müller wählen. Die Grünen/Bündnis 90 Kandidatin wurde von ihrer Partei nicht umsonst aufgestellt. Sie hat zwar keinen Listenplatz. Das bedeutet, es kann sein, das sie nicht in den Landtag nach Düsseldorf kommt. Sie wird aber in jedem Fall weiterhin politisch für die Menschen in der Region und für ihre politischen Ziele alles tun.

Ich finde das zählt. Die Entscheidung liegt bei Euch.

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Packie lebt im Kölner Süden und ist Gründer, Entwickler und der Chef des COLOZINE Magazin, das als Blog neben der Kölner Süden Seite "Packie.de" aufgebaut wurde. Im weitesten Sinne ist diese Seite mehr den Farben, der Musik und den persönlichen Themen gewidmet. So zum Beispiel, wie ich zur Musik kam, warum mich Motorsport fasziniert hat, und welchen Bezug ich zu Tennis und Squash habe.