Sürth-Der Immobilenboom jetzt soll ein kleines Biotop betoniert werden

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Köln – Als hätten wir in Köln Sürth nicht schon genug Baustellen.Jetzt soll der „Innenausbau Heidelweg“ kommen. Einige Immobilien Neubauten wie das Sürther Feld sind noch nicht abgeschlossen.Am Heidelweg ensteht in Blitzgeschwindigkeit aktuell noch ein neues Immobilien Projekt.Eine Kleinsiedlung die so die Sürther an Häßlichkeit kaum zu überbieten ist.Dort fiel eine Gartensiedlung der Baggerschaufel zum Opfer. Und schon lädt uns Sürther, Bezirksbürgermeister Mike Homan (Spd) zu einer neuen Planung ein:
Im Amtsblatt vom 6.11.2013 lädt man zur frühzeitigen Bürgerbeteiligung nach Sürth/Weiß ein, gemäß § 3 Absatz 1 Baugesetzbuch unter dem Arbeitstitel: „Innenentwicklung Heidelweg“ Köln Sürth ein.

Hört sich alles ziemlich harmlos an. In der Papierform.
Hier geht es zum Artikel über den Ausgang der ersten Bürgerbefragung.

Die Flächen um die es geht kennt Herr Homann ziemlich genau, weil er selbst vor einigen Jahren hier gewohnt hat und ich glaube, so wie alle Nachbarn hat auch er  so manchen Sommerabend, die Stille und die Natur genossen. Er weiß auch wie viele Bäume in diesem letzten Refugium, einem knapp 800 m langen Grüngürtel zwischen den Häusern Heidelweg und Sürther Hauptstrasse in Sürth bis zum Haus Maassen stehen stehen.

Große Teile davon sind als Biotope anzusehen.Es sind kleine gewachsene Waldstücke, die am Ende einen Grüngürtel ergeben . Hier leben Wiesel, Buntspechte,Käuzchen und hunderte von Vögeln. Der Fuchs schaut vorbei, Igelfamilien streifen durch die Gärten und selbst die Käuzchen und eine Nachtigall war schon zu Gast,  nisten im Sommer hier. Es war eine Zeit lang das Ausweichreservat für viele Tiere die aus der Sürther Aue vertrieben wurden, als dort der Wald für den Hafen Godorf gerodet wurde.

Seit fünf Jahren wurde jede Lücke an der Sürther Haupsstrasse und am Heidelweg zugebaut. Viele Bewohner dieser Strasse hatten bisher einen Garten. Oder besser manche lebten auch nur mit dem Blick in die wunderschöne Natur. Bäume spenden natürlichen Schatten im Sommer. Insgesamt viel Grün. Grüne Lunge.

Das soll nun platt gemacht werden. Wir Anlieger haben die heimlichen Vermessungsarbeiten im vergangenen Jahr schon mitbekommen. Die Landvermesser erteilten aber keine Auskunft für wen diese Arbeiten und Messpunkte eingesetzt wurden.

Mit der amtlichen Einladung wird deutlich: Eine Idylle und ein extrem hoher Wohnwert soll mit Beton verdichtet  werden.

Eine Investoren Gemeinschaft angetrieben durch die Schwester des CDU Politiker Profalla und Grundstücksbesitzern,  (gemäss Auskunft der Eigentümergemeinschaft Heidelweg) hat in Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt des Dezernat für Stadtentwicklung  die:„Innenentwicklung Heidelweg“ vorgelegt.

Das Plangebiet umfasst den Bereich der Grundstücke Heidelweg 22 bis 28 und Sürther Hauptstrasse 227, 235 und 237. Technisch gesehen hört sich das nach nichts an. Es kann ja auch kein Sürther von der Sürther Hauptsstrasse aus sehen, um was es geht.

Suerther-Hauptstrasse-heidelweg2013

Es ist die Festsetzung eines Wohngebietes mit den dazu gehörigen Straßenverkehrsflächen. Die Planung der Investoren enthält einen Kahlschlag, dem wenn er erfolgt, einer Unmenge Bäume und Hecken einer über 50 Jahre gewachsen Natur weichen muss. Die Stadtplaner wird das kaum stören. Man sieht das ja auch nicht. Außer wenn man hinter die Häuser geht.

Die drei Planungs-Varianten sollen am Donnerstag den 14.11 2013 um 19 Uhr in der Aula der Albert Schweitzer Schule in Weiß vorgestellt werden.

Ich stelle mich den Kölner Baumschützern und Sürthern gerne für eine Führung durch die Flächen zur Verfügung. Ein kleines Video zeigt worum es geht. Gönnt Euch die Minute, damit ihr wisst wie jetzt hier noch aussieht. Für die Historiker der DG Sürth mache ich auch noch ein paar schöne Fotos, damit sie in der Soretha darüber schreiben können wie es früher einmal aussah in Sürth.

Ich hoffe, das alle Nachbarn auf der Veranstaltung erscheinen.

Ich denke wir sollten ein Wort mitreden. Schriftliche Stellungnahmen sollten bis zum 27.11. 2013 bei Bezirksbürgermeister Mike Homann eingereicht werden.

Ein arger Schelm der hier an Böses denkt.

Was soll man den Stadtplanern entgegen halten? Die Geschichte sieht für meinen Eindruck wie eine beschlossene Kiste aus. Die muss nun Formaljuristisch durchgeknüppelt  werden. Stempel drauf. Und ab das Ding. Der Sürther Bürger  wird die Kröte schon schlucken.

Sehr geehrte Stadtplaner und Investoren, mit ihrer Planung zerstören sie nicht nur einen Wald, sondern auch einen hohen Wohnwert für alle derzeitigen Anlieger der Sürther Hauptstrasse und des Heidelweg.

Diese Mieter und Haus- und Eigentumswohnungsbesitzer zahlen eine Menge Geld  für Wohnen und Leben in Sürth.

Den Plänen zufolge ist das ein radikaler Einschnitt in die Landschaft und das Wohnumfeld. Wenn diese Planung durchgeht, ist der Wohnwert in diesem  Viertel aus meiner Sicht dahin. Die Mieten in Sürth haben ohnehin ein vernünftiges Limit  bereits überschritten. Der Blick auf eine Stadtlandschaft statt Wald? Toll!

Der Plan der Investoren, siehe Link am Ende der Seite macht deutlich: Wald, Natur und Bürgerwünsche interessiert in der Stadtplanung kaum noch jemanden. Geben sie den Plänen nach, bliebe zum Beispiel für die Mieter des Hauses 231, in dem wir wohnen nur noch ein gepflasterter Garagenhof übrig.

Die Stadt Köln sollte für den Wohnungsbau, doch Flächen zur Verfügung stellen, die auch welche sind. Fläche bedeutet für mich, das da nichts ist! Und es keinem Wehtut.

Natur und Ruhezonen im Stadtgebiet,  wertvolle  Grünzonen, sollten doch erhalten bleiben und vor Investoren geschützt werden. Achten sie beim Video einfach mal auf den ohnehin starken Geräuschpegel. Und Achtung! Alles was die Kamera erfasst ist danach weg! Wie groß muss die Enttäuschung derer sein, die gerade vor zwei oder drei Jahren Eigentumswohnungen für fast 500 000 Euro, mit Blick in die Natur erworben haben. Pech gehabt. Denn die wird nun leider zu betoniert.

Rund um die neuen 5 bis 7 Häuserblöcke die entstehen sollen, sind auf den Zeichnungen der Planer ein paar Bäumchen geplant. Sogar ein Spielplatz ist geplant. Mit Sand und Spielgerüsten. Bisher spielen die Kinder im Wald, auf Naturspielgerüsten.

Was sollen Kinder mit einem Wald,  wo doch jetzt Investoren einen „echten“ Spielplatz bauen wollen? Her mit dem Beton. Das freut die Eltern. Die Kinder kriegen wenigstens keinen Matsch an die Schuhe. Und im Wald könnte es böse Tiere geben. Besser weg mit dem Kroppzeug. Ein Wald, eigentlich sind es zwei Wälder auf zwei Grundstücken! Igitt! Wer braucht so was? Die verhindern ohnehin den Blick auf den Dom, für die, die in den 5 Etagen wohnen.

Keine Sorge liebe Mitbürger die Investoren haben vorgesorgt. Den Verlust dieser Planung, werden in einem weiteren Projekt eingefangen. Tja liebe Sürther Bürger man hat bereits weiter  Pläne in der Schublade. Die restlichen 400 Meter in Richtung Sürth Mitte werden auch noch bebaut. Uns liegen Informationen vor das dort bereits wegen einer Beteiligung bei Grundbesitzern angefragt wurde. So wird aus der Geschichte ein Schuh!

Ach ja, die Gestrigen wie ich. Denken darüber nach – das Natur einen Wert hat.  Wie doof und hilflos wir doch in unserer kleinen Mieterwelt so sind.

Aber bitte dran denken- nur gegenüber  der Macht des Kapitals.  Stadtplaner und Politik sind gebunden. An erfolgreiche Konzepte. Stadtplaner sind gezwungen, ohne nachzudenken, den vorgelegten Erfolgsrezepten von Kapitalinvestoren zu folgen  Den Erfolgsbeleg benötigen sie für eine Wiederwahl.

Jedoch ich warne. Kapital ist flüchtig. Oder was meint ihr? Liege ich vielleicht  vollkommen daneben?

Bei Fragen Tel: 0 170 9080874