Formel1 GP Australien Podium für Rosberg und zwei Rookies

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Köln- Das war er dann, der erste Lauf der neuen Formel1 im Jahr 2014. Das Neue: Sebastian Vettel steht nicht auf dem Podium. Er wird ersetzt durch zwei Rookies. Daniel Ricciardo im Red Bull und Kevin Magnussen im McLaren stehen etwas unterhalb von Nico Rosberg auf dem Podest und lauschen der deutschen Nationalhymne. Der Mercedes AMG Pilot reißt den runden Silberdeckel in die Luft und schwelgt anschließend in „amazing“ ohne Ende, wie toll der Silberpfeil gelaufen ist. Das kann er mit knapp 57 Sekunden Vorsprung vor dem Verfolgerfeld ja auch verdient machen.

Mercedes sei der Sieg gegönnt. Die Behauptung von Niki Lauda, nach diesem Grand Prix hätten wir Zuschauer uns an die neue Formel1 und den Sound gewöhnt, kann ich nicht nachvollziehen.

Gekonnte Überholmanöver: Fehlanzeige.
Ein dicht gedrängtes Feld: Fehlanzeige.
Spannung: Fehlanzeige.
Die Soundkullisse: Mega Fehlanzeige.

Das was man über Jahre gewohnt war, enge Kurvenlinien und Zweikämpfe dicht an dicht, das ausnutzen der Curbs und viele andere kribbelige Situationen tauchten in diesem ersten Lauf nicht auf.
Bis auf wenige Ausnahmen verlaufen 57 langweilige Ründchen, in denen die Formel1 Boliden, wie an der Perlenschnur gezogen, mit leichten Abständen hintereinander ins Ziel einlaufen. Das sieht so in etwa aus wie ein Long Run Test in Jerez. Kimi Räikkönen erlaubt sich einen Beschleunigungsschlenker, fängt den Ferrari wieder ein und Bottas zieht vorbei. Wobei Bottas, hätte er nicht die Betonwand touchiert, was anschließend einen Reifenwechsel erforderlich machte, mit seinen Williams noch viel weiter nach vorn gekommen wäre. Teamkollege Massa durfte derweil wie Vettel das Geschehen am Monitor verfolgen.

Spannung will man bei RTL gerieren, in dem die wechselnden Funksprüchen zwischen Box und Fahrer etwas mehr stilsiert werden als bisher:“ Dein Benzin reicht Kevin. Gib Gas Ricciardo hat ein Software Problem.“ Nur eine Runde später ist der Fehler behoben, der alte Abstand wieder hergestellt, weil man bei Red Bull den Funk mithört. Für mich wird es dadurch nicht spannender.

Was auch immer sich Jean Todt und die FIA ausgedacht haben,bei mir kommt das nicht an.

Nachdem Lewis Hamilton und Sebastian Vettel ihre Renner mit Software Problemen geparkt hatten und bei Ferrari die Software die Geschicke Speed der roten Renner in die Hand genommen hatte,Lotus mit beiden Autos über den Kurs eierte, Leute da hatte ich die Nase voll von den Turbo Elektro Gebrummel. Und habe mir erst mal ein ordentliches Frühstück genehmigt.

Wie gesagt, für Nico Rosberg freut es mich. Für die neue Formel1 brauche ich nun endlich nicht mehr früh aufstehen. Da wird in der Folge der Blick in die Nachrichten oder die Nachbericht Erstattung vollkommen reichen. By the way kamen nur 14 Autos ins Ziel. Acht Autos ausgefallen.D das finde ich eine extrem hohe Ausfallquote.

OK. Es wird vielleicht ein wenig spannender wenn die Teamingenieure die Software in den Griff bekommen. Und wenn die Städterennen wie Monaco und Barcelona kommen, wird es zwischen den Häusern Momente geben, wo man die Motoren wieder besser hören kann.

Wir hatten schon einmal ein Turbozeitalter in der Formel1, das genau so unspannend war. Jetzt stecken wir im Turbo Elektrozeitalter und da stellt sich mir ernsthaft die Frage: Ist das noch Formel1? Ist die Formel1 überhaupt noch Zeit gemäß?

Der alte Bernie Ecclestone hatte im Vorfeld nicht ganz unrecht mit seiner Meinung das die F1 sich mit diesen Änderungen selber einen Strick gedreht hat. Ich glaube nicht das die Software und Elektronik Freaks den Platz der Motorenfreaks an der Piste einnehmen werden. Die Elektronik und Software Spezialisten werden ihren Hintern hinter dem PC nicht hoch bekommen, denn sie können sich im Chat besser austauschen, als an der Rennstrecke.

Die Zeiten als die Motorengeräusche der vielen hundert PS und die Drehzahlen, den Herzrythmus der Formel1 Fans bestimmt haben sind vorbei. Der Moment wo die Dröhnung der Formel1 Boliden dir durch Mark und Bein ging und dich fast andächtig werden ließ, gehört der Vergangenheit an. Das lässt mich jetzt zum ersten Mal spüren, das ich halt ein Dino bin und in der Folge viele Sätze mit „früher“ beginnen werde. Ich bin mir sicher, das mich jetzt an dieser Stelle, einige von Euch Verständnislos ansehen werden. Das ist eben so.

Wer das Gefühl nie erlebt hat wie ich, oder andere F1 Fans, die am Nürburgring oder in Hockenheim und Spa dabei waren, der wird das auch nur schwerlich kapieren. 700PS bei 16000 Umdrehungen sind, wenn sie mit offenem Rohr knapp 25 Meter von dir entfernt voll beschleunigen, ein unbeschreibliches und unvergessliches Ereignis.

Kein Wunder also das man fast Fassungslos daneben stand in dem Wissen, das kleine Alukolben und Ventile und ein wenig Benzin so etwas auslösen können und man so etwas in „klein“ unter der eigenen Haube hat. Das heißt die Identifikation mit dem Motorsport war genial einfach. Und führte bei vielen Motorsport Fans unweigerlich zur scharfen Nockenwelle und dem Tuning Paket mit Bosal Auspuff und Fächerkrümmer.

Wer guckt schon auf der Straße hin wenn heute ein Toyota oder Mercedes Hybrid beschleunigt.Du hörst ihn ja nicht. Beschleunigt ein Porsche, ein Audi R8 oder ein Ferrari auf der Straße neben dir, ja dann brauchst du noch nicht mal dein Fenster runter kurbeln. Der Sound und die Wumme durchdringt deine Scheiben allemal.

Ihr seht ich bin schon voll und ganz im „Früher“. Das war gar nicht meine Absicht und rührt aus meinem Ärger. Doch wir können das Rad der Zeit nun nicht mehr zurückdrehen.
Ich denke ich werde meine Antwort nach den nächsten beiden Rennen finden. Nach so vielen Jahren Formel1 Geschichte die ich bis heute erlebt habe, fällt eine vollständige Abkehr nicht leicht. Und doch zeichnet sich leicht ab, das Jean Todt & FIA es mir auch nicht gerade schwer machen das Thema Formel1 zu beenden.

Der Zieleinlauf in Melbourne:

1 Nico Rosberg Mercedes AMG Mercedes P 1:32:58.710 57
2 Daniel Ricciardo Red Bull Renault P 1:33.24.235 + 25.525 57
3 Kevin Magnussen McLaren Mercedes P 1:33:25.487 + 26.777 57
4 Jenson Button McLaren Mercedes P 1:33:28.737 + 30.027 57
5 Fernando Alonso Ferrari Ferrari P 1:33:33.994 + 35.284 57
6 Valtteri Bottas Williams Mercedes P 1:33:46.349 + 47.639 57
7 Nico Hülkenberg Force India Mercedes P 1:33:49.428 + 50.718 57
8 Kimi Räikkönen Ferrari Ferrari P 1:33:56.385 + 57.675 57
9 Jean-Eric Vergne Toro Rosso Renault P 1:33:59.151 + 1:00.441 57
10 Daniil Kvyat Toro Rosso Renault P 1:34:02.295 + 1:03.585 57
11 Sergio Pérez Force India Mercedes P 1:34:24.626 + 1:25.916 57
12 Adrian Sutil Sauber Ferrari P + 1 Runde 56
13 Esteban Gutierrez Sauber Ferrari P + 1 Runde 56
14 Max Chilton Marussia Ferrari P + 2 Runden 55

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Jazzie ist mein Nickname als Schlagzeuger und Jazzmusiker. Das Colozine Köln News Magazin ist mein Blog. Beruflich bin ich Inhaber einer Internetagentur in Köln und Ostfriesland. Hier fröne ich meinen Hobbys. Ich liebe Smooth Jazz und die USA Jazz Musik Szene. Als Main Stream Jazz Fan sehe ich Harmonie, nicht nur in der Musik, als unser aller höchstes Gut an. Jazz-, Pop-, Hardrock- und Bluesmusik hat die Welt verändert und ist für mich unverzichtbar. Grund genug durch die Welt zu surfen und Ausschau nach guten Music Acts und Musikern zu halten. Ich bin Fan des ersten Fußballclub Köln. Weitere Faibles gelten dem Motorsport,Tennis,Squash und Motorrad fahren. Ich bin Honda Freak und lasse mir gerne den Wind um die Nase wehen. Neben Köln, zieht es mich nach Ostfriesland. Denn dort ist das Meer und ein 243 Jahre altes Haus :-) Bei Fragen oder Fehlangaben auf den Colozine Köln News Seiten hier die Kontaktmöglichkeit Jazzie (Reinhold Packeisen) Oder Mail an info@koeln-news.com :-) Tel.+49 2236 7025094